Artenschutz: Kaiserpinguine gelten jetzt als gefährdete Art

Artenschutz: Kaiserpinguine gelten jetzt als gefährdete Art

Stand: 09.04.2026 • 14:59 Uhr

Der Kaiserpinguin ist von der Weltnaturschutzunion als gefährdete Art eingestuft worden. Vor allem die Küken leiden demnach massiv unter dem Klimawandel. Ändert sich nichts, wird ihre Zahl wohl weiter drastisch sinken.

Dem Kaiserpinguin in der Antarktis geht es als Folge des Klimawandels immer schlechter. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft seinen Bestand nun offiziell als “gefährdet” ein. Das teilte die Organisation anlässlich der Aktualisierung ihrer “roten Liste” bedrohter Arten mit. Auch der Antarktische Seebär gilt demnach nun als “gefährdet”.

Nach Angaben der IUCN ist die Population der Pinguine von 2009 bis 2018 um zehn Prozent zurückgegangen, Schätzungen zufolge auf etwa 180.000 Tiere. Die Organisation geht davon aus, dass sich diese Zahl ohne einschneidende Rückgänge bei den Treibhausgasemissionen bis 2080 halbieren dürfte. Der Hauptgrund dafür sei das frühe Aufbrechen und der Verlust des Meereises, erklärten die Experten.

Der Klimawandel bedroht den Lebensraum der Pinguine.

Brutkolonien stürzen ins Meer und ertrinken

Kaiserpinguine benötigten demnach Meereis, das an der Küste, am Meeresboden oder an festsitzenden Eisbergen verankert ist. Dies ist der Lebensraum für die Küken und während der jährlichen Mauserzeit, wenn Pinguine neues Gefieder bekommen und für zwei bis vier Wochen nicht schwimmen können. Bricht das Eis zu früh, stürzt eine Brutkolonie demnach ins Meer und ertrinkt.

Antarktische Seebären finden durch den Klimawandel nicht mehr ausreichend Nahrung.

Seebären finden kein Futter mehr

Antarktische Seebären, die nun ebenfalls als gefährdet gelten, waren wegen ihres Fells von Robbenjägern schon einmal fast ausgerottet worden. Ihr Bestand hatte sich zwischenzeitlich erholt, ging nun aber seit 1999 um mehr als 50 Prozent zurück.

Als Ursache gab die IUCN auch hier den Klimawandel an. Steigende Meerestemperaturen und schrumpfende Eismassen führten demnach dazu, dass die von ihnen verzehrten Krillkrebse in kältere Ozeanschichten in die Tiefe abwanderten. Dadurch kämen die Seebären schlechter an Futter, hieß es.

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) ist ein Netzwerk aus Wissenschaftlern, Regierungen und Umweltschutzgruppen. Die Rote Liste der Organisation ist die weltweit umfassendste Informationsquelle für den Gefährdungsstatus von Pflanzen, Tieren und Pilzen. Dabei reichen die Kategorien von “nicht gefährdet” bis “ausgestorben”.

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