Capri geht gegen aufdringliches Ansprechen von Touristen vor

Capri geht gegen aufdringliches Ansprechen von Touristen vor

Stand: 08.04.2026 • 23:29 Uhr

Auf der Insel Capri gilt künftig eine “Anti-Belästigungs-Verordnung”: Wer Urlauber ungefragt in Restaurants locken oder ihnen Bootstouren und Ausflüge aufschwatzen will, muss zahlen – bis zu 500 Euro Strafe drohen.

Die beliebte italienischen Mittelmeerinsel Capri geht jetzt mit einem harten Kurs gegen das Ansprechen von Touristen auf offener Straße vor. Wer Urlauber künftig ungefragt in Restaurants locken oder ihnen Bootstouren und Ausflüge aufschwatzen will, muss bezahlen. Einer neuen Verordnung zufolge drohen Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro.

Mit der Verordnung will Capri dem wachsenden Problem des Massentourismus begegnen – und vor allem dem Ärger vieler Inselbesucher über hartnäckige Anbieter. “Gewerbetreibenden, Inhabern von Agenturen für touristische Dienstleistungen sowie deren Mitarbeitern ist es strikt untersagt, Kunden durch aufdringliche und hartnäckige Methoden auf öffentlichem oder öffentlich genutztem Grund anzuwerben”, heißt es dort.

Capri zählt zu den meistbesuchten Urlaubszielen Italiens

Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Urlaubszielen Italiens. Die Insel im Golf von Neapel ist berühmt für ihre Villen und die durch Buchten zerklüftete Felsenküste mit der “Blauen Grotte”. Auf Capri leben rund 13.000 Menschen, im Sommer kommen täglich Zehntausende Tagesgäste aus Neapel und der Amalfiküste.

Die Kommune verweist auf die enormen Besucherströme, die sich täglich durch das historische Zentrum und das Hafengebiet bewegen. Erklärtes Ziel der Maßnahme ist es, ein “gepflegtes Erscheinungsbild sowie einen reibungslosen Fußgänger- und Autoverkehr zu gewährleisten”.

Gemeinde am Gardasee machte den Anfang

In vielen italienischen Touristenzentren ist aufdringliches Werben für Gastronomie oder andere Dienstleistungen Alltag – Urlauber empfinden dies aber oft als störend. Der Urlaubsort Torri del Benaco am Gardasee führte vergangenen Sommer schon eine ähnliche Maßnahme ein. Dort ist es seitdem Servicemitarbeitern verboten, Touristen aktiv und aufdringlich sowie mit Flyern in ihre Restaurants und Bars zu locken.

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