DAX unter Druck – Dividendenrekord in schwierigen Zeiten

DAX unter Druck – Dividendenrekord in schwierigen Zeiten


marktbericht

Stand: 07.04.2026 • 13:45 Uhr

Wie es am Persischen Golf weiter geht, bleibt ungewiss. Der DAX konnte sein zwischenzeitliches Plus nicht halten. Einen Trost für gebeutelte Anleger gibt es – in Gestalt eines Dividendenrekords.

Wieder einmal schauen die Märkte gebannt auf ein Ultimatum von Donald Trump. Macht der US-Präsident wieder einen Rückzieher, oder zieht er seine drastischen Drohungen gegen Teheran diesmal durch?

Vor dem Ablauf der Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. Trump bekräftigte seine Warnung vor einer “völligen Zerstörung” aller iranischen Kraftwerke und Brücken, falls das Regime nicht die Straße von Hormus öffnet.

Zwischenzeitlich konnte der DAX von einem Rückgang der Ölpreise profitieren. Brent-Öl kostet mittlerweile aber wieder über 110 Dollar pro Barrel, womit sich auch die DAX-Erholung erledigt hat. Offenbar hat es Explosionen auf der iranischen Ölinsel Charg gegeben. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen.

Am frühen Nachmittag notiert der deutsche Leitindex ein halbes Prozent tiefer bei 23.097 Punkten.

DAX-Konzerne zahlen Rekorddividenden

Für gebeutelte Aktionäre, die in diesem Jahr bisher über fünf Prozent mit DAX-Aktien verloren haben, gibt es einen Trost: Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage winken ihnen in diesem Jahr Rekorddividenden. Nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft EY schütten die 40 DAX-Konzerne voraussichtlich rund 55,3 Milliarden Euro aus. Das wären 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

25 der DAX-Konzerne wollen ihre Dividende für das vergangene Geschäftsjahr anheben. Nur bei zehn von ihnen sinkt die Ausschüttung.

Größter Dividendenzahler bleibt die Allianz mit einer Dividendensumme von 6,5 Milliarden Euro, gefolgt von der Deutschen Telekom und Siemens. Danach kommen Mercedes, die Münchener Rück und SAP.

Weniger als im Vorjahr schütten vor allem die kriselnden Autokonzerne aus. Mercedes-Benz senkt die Dividendensumme laut EY um 19 Prozent, die Porsche Automobil Holding streicht ihre Ausschüttung um 21 Prozent zusammen.

Besonders stark steigen die Dividenden dagegen beim Triebwerkbauer MTU Engines (plus 64 Prozent), der Deutschen Bank (plus 44 Prozent) und der Commerzbank (plus 61 Prozent), die sich gegen eine Übernahme durch die UniCredit wehrt.

Internationale Aufstellung ermöglicht Rekorde

Eine Erklärung für den Dividendenrekord trotz Wirtschaftskrise ist die Tatsache, dass die DAX-Konzerne den Großteil ihres Umsatzes im Ausland erzielen. Banken und Versicherungen etwa verbuchten 2025 Rekordergebnisse. Viele Unternehmen hätten sehr gute Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt, sagte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. “Davon profitieren die Anleger.”

Dazu kommt, dass viele Unternehmen zuletzt wieder ein höheres Gewicht auf gute Ausschüttungen gelegt haben, um sich möglichst einen langfristigen Aktionärsstamm zu sichern. Die Dividendenpläne müssen in vielen Fällen noch auf Hauptversammlungen gebilligt werden, das ist aber in aller Regel Formsache.

“Auf Rückgänge einstellen”

Studien zeigen, dass Dividenden langfristig einen großen Teil zur Gesamtrendite von Aktien beitragen. Laut Brorhilker sollten Aktionäre aber im nächsten Jahr keinen weiteren Dividendenrekord erwarten.

Viele DAX-Konzerne stünden zwar gut da, aber gerade Industrieunternehmen steckten tief im Wandel. “Insgesamt wäre im kommenden Jahr eine Gesamtausschüttung auf dem aktuellen Niveau eine große Überraschung – die Anleger sollten sich eher auf Rückgänge einstellen.”

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