FDP-Chef Dürr kandidiert nicht mehr für Parteivorsitz

FDP-Chef Dürr kandidiert nicht mehr für Parteivorsitz

Stand: 05.04.2026 • 14:50 Uhr

Der amtierende FDP-Chef Dürr kandidiert nicht erneut für den Parteivorsitz. Er will nun Parteivize Kubicki unterstützen. Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann kritisiert das: Die FDP dürfe nicht von “alten Schlachtrössern” geführt werden.

Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Nachrichtenagentur dpa einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung.

“Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird”, sagte Dürr der Zeitung. Voraussetzung sei “eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.”

Er wolle vor allem, “dass unser Land wieder nach vorne kommt.” Dafür brauche es, so Dürr, eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. “Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.”

Kubicki will FDP zum Erfolg verhelfen

Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich zunächst bei der Bild am Sonntag und auch auf X: “Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.”

Damit tritt Kubicki wohl gegen den nordrhein-westfälischen Landes- und Fraktionschef Henning Höne an.

Strack-Zimmermann: Keine alten Schlachtrösser an FDP-Spitze

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerte sich kritisch über die Kandidatur Kubickis. “Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden”, erklärte die Europaabgeordnete. “Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.”

Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, “nicht nur von alten Schlachtrössern”, meinte sie. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für Höne, der Jahrgang 1987 ist.

FDP bei Landtagswahlen an Fünf-Prozent-Hürde gescheitert

Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt.

Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals. Im März – nach den Landtagswahlen – hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *