Der Fund eines Skeletts in Maastricht sorgt in den Niederlanden für große Aufregung: Möglicherweise handelt es sich um die Überreste des legendären französischen Musketier D’Artagan. Ein DNA-Test soll Aufschluss bringen.
Der Zufallsfund der menschlichen Überreste in der Sint-Petrus-en-Pauluskerk in Maastricht fasziniert viele: Denn sowohl die Kirche, als auch der beteiligte Archäologe halten es für möglich, dass es sich um die Gebeine von D’Artagnan handelt.
Er führte die Musketiere, die Leibwache des französischen Königs im 17. Jahrhundert. Alexandre Dumas setzte ihm – fast zweihundert Jahre – später ein literarisches Denkmal.
Grabstätte D’Artagnans nicht genau geklärt
Wo genau der Held begraben wurde, ist seit seinem Tod vor mehr als 350 Jahren ein großes Rätsel. Bei einer Reparatur der Sint-Petrus-en-Pauluskirche in Maastrichter Stadtteil Wolder im Süden der Niederlande wurde das Grab entdeckt.
Belegt ist, dass D’Artagnan im Juli 1673 ganz in der Nähe bei der Belagerung von Maastricht getötet worden war.
Historiker halten es für sehr wahrscheinlich, dass er in Wolder begraben wurde. Denn in dem damaligen Dorf hatte die französische Armee ihr Lager aufgeschlagen.
Hier lagen die Gebeine über Jahrhunderte begraben: Die Sint-Petrus en Pauluskerk in Maastricht.
Auch Kugel und französische Münze gefunden
Im Februar war der Fußboden der Kirche von Wolder aufgebrochen worden. Das Grab befand sich genau an der Stelle, an der früher der Altar stand, sagte der Diakon Jos Valke im niederländischen Radiosender L1. “Nur königliche oder andere wichtige Personen wurden damals unter dem Altar begraben.”
Weitere Indizien: Auch eine Kugel sei bei den Rippen gefunden worden und eine französische Münze.
Mythos “Die drei Musketiere”
Charles de Batz de Castelmore, Graf von Artagnan, war enger Vertrauter des französischen Königs Ludwig XIV. Er führte die Musketiere an, die persönliche Leibwache des Königs. D’Artagnan wurde weltberühmt durch den Roman “Die drei Musketiere” des französischen Autors Alexandre Dumas von 1844.
Neben Aramis, Athos und Porthos war er der sogenannte vierte Musketier. Zahlreiche Filme und auch ein Musical erschienen auf der Grundlage des Abenteuerromans.
Hat schon lange einen Platz im Stadtbild Maastrichts: Eine Statue erinnert an D’Artagnan, den Anführer der drei Musketiere.
DNA-Untersuchung soll Klarheit bringen
Eine DNA-Probe des Skeletts wurde nun zu einem Labor in München geschickt. Dort wird sie mit der DNA eines Nachkommens von D’Artagan verglichen. Das Ergebnis wird in einigen Wochen erwartet.
Der Archäologe Wim Dijkman, der an der Ausgrabung beteiligt war, ist daher noch sehr vorsichtig: “Bislang spricht nichts dagegen, dass es sich um ihn handeln könnte. Aber ich warte erst einmal die Ergebnisse der DNA-Untersuchung ab.”

