Großbrand in Hongkong: Zahl der Toten steigt auf mehr als 90

Großbrand in Hongkong: Zahl der Toten steigt auf mehr als 90

Stand: 28.11.2025 03:36 Uhr

Nach dem verheerenden Brand in einem Hochhauskomplex in Hongkong ist die Zahl der Toten auf mehr als 90 gestiegen. Die Feuerwehr hat den Brand in den sieben Gebäuden inzwischen gelöscht oder unter Kontrolle.

Nach dem Ausbruch des Brands in einem Hochhauskomplex in Hongkong ist die Zahl der Opfer laut Behörden auf 94 gestiegen. Knapp 80 weitere Menschen seien verletzt, darunter auch einige Feuerwehrleute, berichteten Hongkonger Medien unter Berufung auf die Feuerwehr.

Die Behörden rechnen nach eigenen Angaben damit, den am Mittwoch ausgebrochenen Brand in den sieben betroffenen Hochhäusern in Kürze vollständig gelöscht zu haben.

Drei Festnahmen bei einer Baufirma

Es handelt sich um die schlimmste Brandkatastrophe in Hongkong seit 1948. Hongkongs Regierungschef John Lee kündigte einen Hilfsfonds von 300 Millionen Hongkong-Dollar (33 Millionen Euro) an.

Die Polizei nahm derweil drei führende Mitarbeiter einer Baufirma wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung fest. “Wir haben Grund zu der Annahme, dass die verantwortlichen Personen der Firma grob fahrlässig gehandelt haben, was zu diesem Unfall führte und eine unkontrollierte Ausbreitung des Feuers verursachte”, sagte eine Polizeisprecherin. Bei einer Razzia in den Büroräumen der Firma Prestige Construction beschlagnahmten die Behörden demnach Ausschreibungsunterlagen, Computer und Mobiltelefone.

Übergang zu Metallgerüsten gefordert

Das Feuer brach an einem Baugerüst aus Bambus vor einem 32 Stockwerke hohen Gebäude aus und breitete sich dann auf die anderen Gebäude aus. Dazu trug vermutlich auch der Wind bei. Die Wohnanlage aus den 1980er-Jahren besteht aus acht Gebäuden mit fast 2.000 Wohnungen für etwa 4.800 Bewohnerinnen und Bewohner, unter ihnen viele ältere Menschen. Zuletzt hatte es an der Anlage große Renovierungsarbeiten gegeben.

Die Hongkonger Antikorruptionsbehörde teilte mit, sie gehe dem Verdacht von Korruption im Zusammenhang mit dem Renovierungsprojekt nach. Bambusgerüste sind in Hongkong bei Bau- und Sanierungsprojekten weit verbreitet. Regierungschef Lee kündigte an, dies auf den Prüfstand zu stellen.

Eric Chan, der stellvertretende Leiter der Hongkonger Verwaltung, forderte einen “verpflichtenden” Übergang von Bambus- zu Metallgerüsten in der gesamten chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Verwaltung werde hierbei mit der örtlichen Bauindustrie zusammenarbeiten. 

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