Hoffnung auf Waffenruhe in Nahost: DAX im Plus erwartet

Hoffnung auf Waffenruhe in Nahost: DAX im Plus erwartet


marktbericht

Stand: 25.03.2026 • 07:50 Uhr

Neue Hinweise auf eine Deeskalation im Iran-Krieg lassen die Anleger wieder hoffen. Offenbar haben die USA einen Plan für eine Waffenruhe vorgelegt. Der DAX dürfte deutlich höher in den Tag starten.

Die Hoffnung auf eine Waffenruhe am Persischen Golf wird konkreter. US-Medienberichte über einen 15-Punkte-Plan Washingtons für eine einmonatige Feuerpause haben die asiatischen Börsen am Morgen beflügelt. Der japanische Nikkei-Index legte um über zwei Prozent zu. In China stieg der Shanghai Composite. Die Wall Street hatte im Vorfeld der Berichte noch verhalten geschlossen. Der Dow Jones ging 0,2 Prozent tiefer aus dem Handel.

Nach den Berichten hat Vermittler Pakistan dem Iran den Entwurf übermittelt. Offenbar besteht auch über einzelne Punkte Einigkeit. Das dürfte auch den DAX zum Handelsstart antreiben. Erste Indikationen sehen ihn über ein Prozent im Plus.

“Der Markt handelt im Moment nach Schlagzeilen”, sagte Kerry Craig, Marktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Melbourne. Ob die Waffen tatsächlich bald schweigen, bleibt indes weiter unklar, zumal auch Israel eingebunden werden muss. Das iranische Militär hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über Verhandlungen für ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten zurückgewiesen.

Auch die Ölpreise haben auf die Meldungen über neue Verhandlungen mit dem Iran reagiert. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Mai fiel wieder auf die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar zurück.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) muss die Zinsen nach den Worten ihres Gouverneurs Michael Barr womöglich für einige Zeit stabil halten. Er begründete dies am Dienstag mit der anhaltend hohen Inflation im Land. Sie liegt in den USA über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Er wolle Beweise dafür sehen, dass die Inflation bei Waren und Dienstleistungen nachhaltig zurückgehe, bevor er eine weitere Senkung des Leitzinses in Betracht ziehe, sagte Barr bei einer Konferenz.

Elektroautos werden beliebter. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Targobank gaben 21 Prozent der Befragten an, als nächstes Auto einen reinen Stromer zu bevorzugen. Das waren vier Prozentpunkte mehr als in den gleichen Befragungen der Jahre 2024 und 2025, als es jeweils 17 Prozent gewesen waren. Hybridfahrzeuge sind unverändert bei 19 Prozent und Diesel ebenfalls gleichbleibend bei 14 Prozent. Wasserstoff-Autos führen mit einem Prozent ein Nischendasein, der Rest der Befragten war unentschlossen.

Diejenigen, die kein Elektroauto haben wollen, begründen das in der Umfrage häufig mit hohen Anschaffungskosten, einer zu geringen Reichweite, einem defizitären Ladesäulennetz, der Ladedauer und der begrenzten Lebenszeit des Akkus. Einige Befragten fanden zudem, dass Elektroautos umweltschädlich seien und verwiesen dabei auf die für die Fahrzeuge nötige Rohstoffgewinnung und auf Entsorgungsaspekte.

Forsa hatte die Online-Befragung in der ersten Februar-Hälfte durchgeführt, also vor dem Ausbruch des Iran-Krieges, der zu einem deutlichen Anstieg der Benzin- und Diesel-Preise an der Zapfsäule geführt hatte. Fahrer von Elektroautos sind von diesen Preissteigerungen nicht betroffen.

Am deutschen Markt steht ein wichtiges Konjunkturdatum an: Um 10 Uhr wird der aktuelle ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Das ist Deutschlands wichtigster Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung im Land. Mehrere tausend Unternehmer werden befragt, wie sie die aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Konjunkturerwartungen sie für die kommenden Monate haben. Das aktuelle Umfrageergebnis dürfte bereits unter dem Eindruck des Iran-Krieges stehen. Zuletzt hatte der wichtigste deutsche Frühindikator leichte Erholungstendenzen signalisiert.

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