Inflation in Eurozone steigt unerwartet

Inflation in Eurozone steigt unerwartet

Stand: 02.12.2025 12:54 Uhr

Die Inflation in der Euro-Zone ist im November überraschend angestiegen. Mit einem Plus von 2,2 Prozent blieb sie oberhalb der Zielmarke der Europäischen Zentralbank.

Die Inflation im Euroraum ist im November voraussichtlich auf 2,2 Prozent gestiegen. Die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat lag damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte. Die EZB strebt für die 20-Länder-Gemeinschaft eine Inflation von 2,0 Prozent an. Dieses Niveau erachtet sie als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen damit gerechnet, dass die Teuerung im November wie im Oktober bei 2,1 Prozent liegt. “Zwar liegt die Inflation ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel im November weiter bei 2,4 Prozent. Aber der nachlassende Lohndruck spricht dafür, dass die unterliegende Inflation in den kommenden Monaten schrittweise sinken sollte”, so Jörg Krämer, Chefvolkswirt von der Commerzbank.

Dienstleister erhöhen Preise

Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten herausgerechnet werden, verharrte bei 2,4 Prozent. Dies war so von Volkswirten erwartet worden. Vor allem der Preisanstieg für Dienstleistungen trieb die Inflation an. Der Preisauftrieb beschleunigte sich hier von 3,4 Prozent im Vormonat auf 3,5 Prozent.

“In den letzten Monaten gab es einige vorübergehende Faktoren, die die Inflation im Dienstleistungssektor in die Höhe getrieben haben, darunter Steigerungen in den oft volatilen Tourismusbranchen sowie starke Erhöhungen der Mobilfunkgebühren in Frankreich”, schreiben Experten vom Analysehaus Capital Economics. “Der Anstieg im November macht deutlich, dass der Weg zur Desinflation im Dienstleistungssektor holprig sein wird und langsamer verlaufen könnte, als wir oder die EZB erwarten.”

Auch die Energiepreise sanken im Vorjahresvergleich nicht mehr so stark. Sie gingen um 0,5 Prozent zurück, nach 1,0 Prozent im Oktober. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen erneut um 2,5 Prozent. Dienstleistungen legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent zu.

Hohe Raten in Estland, Kroatien und Lettland

Die höchsten Inflationsraten verzeichneten im November Estland (4,7 Prozent), Kroatien (4,3 Prozent) sowie Lettland und die Slowakei (je 3,8 Prozent). Am niedrigsten fiel der Preisanstieg den Statistikern zufolge in Zypern (0,2 Prozent), Frankreich (0,8 Prozent) und Italien (1,1 Prozent) aus.

Für Deutschland gehen die EU-Statistiker für November von einer Inflation von 2,3 Prozent aus. Sie liegen damit auf einer Linie mit dem deutschen Statistischen Bundesamt, das bereits in der vergangenen Woche eine erste Schätzung der Preissteigerung im vergangenen Monat veröffentlicht hatte. Auch im Oktober hatte die Inflation bereits bei 2,3 Prozent gelegen.

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