Iran-Krieg: Ein Friedensplan und Verhandlungen – was ist dran?

Iran-Krieg: Ein Friedensplan und Verhandlungen – was ist dran?

Stand: 26.03.2026 • 11:42 Uhr

Über einen angeblichen 15-Punkte-Friedensplan von US-Präsident Trump kursieren derzeit viele Berichte – aber kaum Bestätigtes. Die Lage im Iran-Krieg eskaliert weiter, während schwer herauszufinden ist, was eigentlich stimmt.

Anne Schneider

Im Konflikt zwischen den USA und Iran gibt es weiter höchst widersprüchliche Signale: Massiver militärischer Druck auf der einen Seite – und zugleich Hinweise auf mögliche diplomatische Bewegungen durch Gespräche. Doch wie konkret ist das alles wirklich? Und wie hoch ist der Wahrheitsgehalt dessen, was beide Seiten sagen und zahlreiche Medien berichten?

Die USA melden praktisch täglich große militärische Erfolge. Am Mittwoch sagte Karoline Leavitt, die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump: “Nach etwas mehr als drei Wochen ist völlig klar, dass Operation Epic Fury ein durchschlagender militärischer Erfolg gewesen ist. Bis heute wurden mehr als 9.000 feindliche Ziele getroffen.”

Viele Berichte – aber kaum Bestätigtes

Über einen angeblichen 15-Punkte-Friedensplan kursieren derzeit viele Berichte – aber kaum Bestätigtes. Aus Washington kommt vor allem eines: die Aufforderung, Medienberichten lieber nicht zu glauben. “Ich möchte Reporter warnen: Es steckt ein Funken Wahrheit drin, aber einige Berichte entsprachen nicht komplett den Tatsachen”, so Leavitt.

Trotzdem zeichnen sich einige mögliche bis höchstwahrscheinliche Inhalte des Plans ab. Denn vieles davon entspricht bekannten Forderungen von Präsident Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth: wie die atomare Abrüstung Irans, die Übergabe des Uranbestandes an die Internationale Atomenergiebehörde sowie die dauerhafte Aufgabe des Nuklearprogramms. Außerdem die Begrenzung des Raketenprogramms auf Selbstverteidigung. Und die Garantie, dass die Straße von Hormus offen bleibt.

Trump spricht von “produktiven Kontakten”

Im Gegenzug sollen Iran dafür wirtschaftliche Anreize in Aussicht gestellt werden. Nur offiziell bestätigt ist davon nichts. Noch nicht einmal, dass es überhaupt Gespräche gibt. Laut US-Präsident Trump soll es – wie er es formuliert – “produktive Kontakte” geben. Weshalb er auch die Angriffe auf die iranischen Energieanlagen verschoben habe, die ja schon für den Beginn der Woche angekündigt waren.

Und selbstverständlich würden die USA den Krieg gewinnen – und Iran einem Deal zustimmen, so Trump. “Wir gewinnen so haushoch, niemand hat je etwas Vergleichbares gesehen zu dem, was wir mit dem Iran machen. Und sie verhandeln übrigens – sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen, aber sie haben Angst, es zuzugeben, weil sie glauben, dass sie von ihren eigenen Leuten getötet würden.”

Iran bestreitet direkte Gespräche

Doch Iran bestreitet nach wie vor, dass direkte Gespräche stattfinden. Allerdings gab es in den vergangenen Tagen immer wieder die Info, dass mögliche Botschaften über Ägypten, Pakistan, die Türkei oder den Oman laufen würden.

Der Iran-Forscher Karim Sadjapour sieht hier vor allem Misstrauen gegenüber den Verhandlern, die bislang mit dem Iran geredet hatten – dem Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. “Iranische Vertreter wollen die Gespräche mit Witkoff und Kushner nicht wieder aufnehmen. Sie möchten mit Vizepräsident JD Vance verhandeln.”

Pentagon schickt weitere Soldaten nach Nahost

Der US-Vizepräsident stand Angriffen auf Iran zumindest immer eher reserviert gegenüber. Es gibt Berichte, dass er sich zwischenzeitlich in die diplomatischen Bemühungen eingeschaltet habe. Gleichzeitig entsendet das Pentagon weitere Kräfte in die Region: Fallschirmjäger, Teile einer Gefechtsbrigade – etwa 2.500 Soldatinnen und Soldaten, weitere 3.000 könnten folgen. Das Weiße Haus bestätigt: Es geht um Vorbereitung auf neue Schläge, falls Gespräche scheitern.

Militärexperten wie Michael O’Hanlon warnen jedoch, dass Iran keineswegs verhandlungsbereit sei. “Iran will Rache – und die Welt daran erinnern, dass er uns Schaden zufügen kann.”

Mehrere Medien berichten, dass die USA prüfen, wie sie die Insel Kharg einnehmen könnten – ein wichtiges Drehkreuz für die iranischen Ölexporte. Laut Berichten hat Iran bereits Minen, Luftabwehr und zusätzliche Truppen dorthin verlegt. Ehemalige Militärs warnen deshalb, dass eine Landung hohe Verluste bedeuten könnte – auch unter US-Soldaten und Soldatinnen.

Die Lage eskaliert also weiter – während schwer herauszufinden ist, was eigentlich stimmt. Auch in diesem Konflikt gilt wie immer: Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit.

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