Iran reagiert auf Trumps Drohung mit Gegendrohungen

Iran reagiert auf Trumps Drohung mit Gegendrohungen

Stand: 06.04.2026 • 09:04 Uhr

Wie geht es mit der Straße von Hormus weiter? Die USA und Iran überziehen sich mit martialischen Drohungen und Beschimpfungen. US-Präsident Trump verlängerte erneut sein Ultimatum. Zeitgleich soll es Gespräche mit Vermittlern geben.

Nach der erneuten Verschiebung des Ultimatums und frischen Drohungen des US-Präsidenten hat das Regime in Teheran eine Ausweitung seiner Angriffe angekündigt. Sollten die USA und Israel ihre Angriffe eskalieren, könnten für den globalen Energiemarkt wichtige Schifffahrtswege jenseits der Straße von Hormus gefährdet sein, so Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des Obersten Führers des Irans, laut dem regierungstreuen iranischen Sender Press TV. Davon betroffen sein könnte die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal.

“Wenn das Weiße Haus daran denkt, seine dummen Fehler zu wiederholen, wird es schnell erkennen, dass der Fluss von globaler Energie und Handel mit einem einzigen Signal unterbrochen werden kann”, ergänzte der ehemalige iranische Außenminister mit Blick auf Trumps Drohungen, die Angriffe auf den Iran zu verschärfen.

Zur Straße von Hormus schrieb Mehdi Tabatabaei, für Kommunikation zuständiger Beamter im Büro des iranischen Präsidenten, die Passage werde erst wieder geöffnet, “wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden.”

Das Marinekommando der Revolutionsgarden wurde von iranischen Medien mit den Worten zitiert, die Straße von Hormus werde “niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel.”

Trumps vulgäre Beschimpfungen

Zuvor hatte Trump mit heftigen Angriffen gedroht, sollte der Transit durch die Straße von Hormus nicht freigegeben werden. “Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen”, sagte der US-Präsident dem Wall Street Journal. Es ist bereits das dritte Mal, dass Trump sein Ultimatum verschiebt.

In einem fast zeitgleich mit dem Interview veröffentlichten Post auf der seiner Online-Plattform Truth Social nannte Trump den Dienstagabend, 20 Uhr (US-Ostküstenzeit). Dabei sorgte seine vulgäre Wortwahl für Aufsehen: “Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen”, schrieb der US-Präsident.

Darauf reagierte Tabatabaei ebenfalls mit deutlichen Worten: Trump habe aus “purer Verzweiflung und Wut” zu ordinären Beschimpfungen gegriffen, schrieb er auf X und erwiderte: “Dieser Bastard-Narr hat in seinem Wahnsinn einen totalen Krieg in der Region entfacht” und prahle damit.

Bericht über Waffenstillstandsverhandlungen

Unterdessen gibt es laut Medienberichten Gespräche über eine Waffenruhe. Wie das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Aussagen von vier US-amerikanischen, israelischen und regionalen Quellen berichtet, verhandeln die USA, Iran und regionale Vermittler über einen 45-tägigen Waffenstillstand. Es sei demnach die einzige Chance, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern.

Diskutiert werde ein Abkommen in zwei Phasen. Zunächst solle die 45-tägige Waffenruhe in Kraft treten, um über ein endgültiges Ende der Kämpfe zu verhandeln. In der zweiten Phase solle dann ein entsprechendes Abkommen geschlossen werden, heißt es in dem Bericht. Die Waffenruhe könne bei Bedarf verlängert werden. Die Chancen auf eine Teilvereinbarung innerhalb der nächsten 48 Stunden schätzen die von Axios zitierten Quellen jedoch als gering ein.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte ebenfalls eine mit den Plänen vertraute Quelle, wonach der Abkommensentwurf für die erste Phase eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus beinhalten soll. Die endgültige Vereinbarung soll zudem voraussichtlich Iran dazu verpflichten, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten – im Gegenzug würden demnach Lockerungen der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte angeboten. Eine offizielle Bestätigung der Berichte gibt es nicht.

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