Iran verlangt offenbar Gebühren für Durchfahrt in Straße von Hormus

Iran verlangt offenbar Gebühren für Durchfahrt in Straße von Hormus

Stand: 26.03.2026 • 19:23 Uhr

Iran kontrolliert weiter die Durchfahrt von Schiffen in der Straße von Hormus. Teilweise verlangt das Regime offenbar eine Gebühr – Experten beschreiben eine Art “Mautstellen”-System. Teheran will solche Abgaben sogar in Gesetze gießen.

Statt die Straße von Hormus freizugeben, baut Iran seine Kontrolle am Persischen Golf offenbar weiter aus. Das Schifffahrts-Magazin Lloyd’s List berichtete, Iran kontrolliere die Durchfahrt von Schiffen inzwischen nach einer Art “Mautstellen”-System. Auch der Generalsekretär des Golfkooperationsrats, Jasim al-Budaiwi, gab an, Teheran erhebe mittlerweile Durchgangsgebühren für eine sichere Passage von Schiffen.

Die Experten von Lloyd’s List beschreiben das Vorgehen so: Schiffsbetreiber müssten sich an zugelassene Vermittler mit Verbindungen zur Revolutionsgarde wenden. Die verlangten Unterlagen – etwa zur Kennungsnummer, zu Eigentumsverhältnissen, zum Ladungsverzeichnis, zum Zielort und zu einer vollständigen Besatzungsliste.

Nach positiver Prüfung gebe es per Funk kontrollierte Freigabecodes und ein Lotsenboot würde entsandt. Schiffe müssten die von der Revolutionsgarde begleitete Durchfahrt durch einen einzigen kontrollierten Korridor akzeptieren.

Offenbar teilweise Abgaben erhoben

Nicht alle Schiffe sind den Recherchen zufolge in dem System von Gebühren betroffen. Aber Lloyd’s List berichtete von mindestens zwei Schiffen, die in chinesischen Yuan bezahlt hätten. Insgesamt hätten 26 Schiffe seit dem 13. März den ausgewiesenen Korridor der Revolutionsgarde genommen. Das Magazin beruft sich unter anderem auf Schifffahrtsdaten und mehrere mit dem neuen System vertraute Quellen.

Der Spiegel spricht ebenfalls von einer geänderten Route in der Straße von Hormus – und zitiert den iranischen Parlamentsabgeordneten und früheren Vizeaußenminister Alaeddin Boroujerdi, der über Abgaben von bis zu zwei Millionen Dollar pro Passage spricht.

Laut der iranischen UN-Vertretung dürfen Schiffe, die nicht als feindlich gelten, den Seeweg nutzen – sofern sie sich an alle iranischen Sicherheitsvorschriften halten und die Passage mit den zuständigen Behörden abstimmen.

Iran droht mit Minen und Drohnenangriffen

Die für den internationalen Energiehandel zentrale Wasserstraße ist jedoch faktisch für weite Teile der Schifffahrt blockiert. Irans Kontrolle sowie Warnungen vor Minen, Drohnenangriffen und der Entzug von Kriegsrisikoversicherungen machten die Passage für westliche Reedereien zuletzt nahezu unmöglich. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter hängen in der Region fest.

Das Parlament in Teheran arbeite derzeit daran, eine Gesetzesgrundlage für die Abgaben zu schaffen, zitierten die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim den Abgeordneten Mohammadresa Resaei Kutschi. Mit dem geplanten Gesetz werde die Souveränität, Kontrolle und Aufsicht Irans über die Straße von Hormus formalisiert und gleichzeitig eine Einnahmequelle geschaffen, sagte Kutschi laut den Agenturen, die beide der iranischen Revolutionsgarde nahestehen.

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