Eine 45-tägige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus sah der pakistanische Vermittlungsvorschlag als ersten Schritt vor. Irans Führung lehnte das ab. US-Präsident Trump ging darauf bei einer Pressekonferenz nicht konkret ein.
Die iranische Führung hat den Vorschlag für eine Waffenruhe im Krieg mit den USA und Israel laut Staatsmedien zurückgewiesen. Die Islamische Republik strebe eine dauerhafte Beendigung des Krieges an, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Die iranische Antwort auf den Waffenruhe-Vorschlag sei an Pakistan übermittelt worden, das als Vermittlerstaat fungiert. Die Antwort bestehe aus zehn Punkten. Dazu zählten ein Ende der Konflikte in der Region, ein Protokoll für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus, die Aufhebung von Sanktionen sowie der Wiederaufbau, heißt es in dem Bericht.
“Kriegsende nur mit Garantien”
Der Leiter der diplomatischen Mission Irans in Kairo, Modschtaba Ferdussi Pur, sagte der Nachrichtenagentur AP, sein Land werde keine bloße Waffenruhe hinnehmen.
“Wir akzeptieren ein Kriegsende nur mit Garantien, dass wir nicht erneut angegriffen werden.” Was die Straße von Hormus angehe, arbeiteten Vertreter Irans und des Oman an einem Mechanismus zur Verwaltung der strategisch wichtigen Meerenge, erklärte Pur.
Vorschlag sah zweistufiges Verfahren vor
Der – laut Medienberichten – unter pakistanischer Federführung ausgearbeitete Entwurf für ein mögliches Kriegsende sah als ersten Schritt eine sofortige 45-tägige Waffenruhe vor sowie eine Öffnung des wichtigen Schifffahrtsweges durch die Straße vom Hormus. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt.
In der zweiten Phase solle dann ein endgültiges Abkommen geschlossen werden, das Iran unter anderem dazu verpflichten soll, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten – im Gegenzug würden demnach Lockerungen der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte angeboten.
Trump bekräftigt Ultimatum
Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, die USA würden einen Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe prüfen. Präsident Donald Trump habe den Vorstoß aber noch “nicht gebilligt”.
In einer mehr als einstündigen Pressekonferenz am Montagabend deutscher Zeit ging Trump dann nicht konkret auf das Thema ein. Er äußerte sich stattdessen ausführlich zur Rettungsaktion für den US-Soldaten, dessen Maschine über Iran abgeschossen wurde, und lobte das US-Militär und den US-Geheimdienst CIA mehrfach mit diversen Superlativen.
Trump hatte Iran am Sonntag eine Frist bis Dienstagabend (20 Uhr US-Ostküstenzeit – das entspricht 2 Uhr der Nacht auf Mittwoch mitteleuropäischer Sommerzeit) für die Öffnung der Straße von Hormus gesetzt, nach deren Ablauf das US-Militär zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken im Iran angreifen werde. Er bekräftigte dieses Ultimatum in der Pressekonferenz. Trump hatte Iran bereits mehrfach Ultimaten gesetzt, diese dann aber verlängert.

