Konsumklima sinkt: Iran-Krieg verunsichert die Verbraucher

Konsumklima sinkt: Iran-Krieg verunsichert die Verbraucher

Stand: 26.03.2026 • 10:10 Uhr

Der Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Energiepreisen haben die Stimmung der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher gedrückt. Die Mehrheit erwartet anhaltend teures Öl, Gas und Benzin.

Der Iran-Krieg, damit verbundene Konjunktursorgen und in der Folge schwache Einkommenserwartungen trüben die Stimmung der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher. So sinkt das Konsumklima den GfK-Marktforschern und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) zufolge im April deutlich. Der Indikator sei auf minus 28,0 Punkte gefallen, von zuvor revidiert minus 24,8 Punkten.

Analysten hatten mit einem kleineren Minus gerechnet. Die Daten basieren auf der Umfrage von rund 2.000 Verbrauchern zwischen dem 5. und 16. März – und damit nach Beginn des Krieges im Nahen Osten Ende Februar.

Handelsverband erwartet schwaches Ostergeschäft

Zwar habe der Krieg die Anschaffungs- und Sparneigung noch nicht erkennbar belastet, so die Forscher. Doch besonders die Einkommenserwartungen seien spürbar gesunken. Zuletzt hatten diese wegen günstiger Tarifabschlüsse noch im Plus gelegen. Als Grund für den deutlichen Rückgang nennen die Experten die Furcht vor einer steigenden Inflation infolge teurer Energie.

60 Prozent der Deutschen gingen davon aus, dass die Preise für Öl, Gas und Benzin dauerhaft hoch bleiben, sagte NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. “Das drückt natürlich auf die Verbraucherstimmung.” Zudem wächst die Sorge, dass die vorsichtige Erholung der Wirtschaft einen ernsthaften Dämpfer bekommt – auch wegen einer geringeren Kaufkraft. So fiel der Wert für die Konjunkturaussichten der Verbraucher auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2022.

Der Handelsverband Deutschland erwartet für das diesjährige Ostergeschäft im Einzelhandel einen Umsatz von nur noch 2,1 Milliarden Euro – das wäre ein Rückgang um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. “Der Krieg im Nahen Osten ist bei den Konsumenten angekommen”, kommentierte Andreas Scheuerle, Analyst bei der Dekabank. Sie hätten den vom Ukraine-Krieg ausgelösten Inflationsschock noch nicht verdaut, da rolle bereits die nächste Inflationswelle auf sie zu.

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