Leck nach Pipeline-Havarie in der Uckermark geschlossen

Leck nach Pipeline-Havarie in der Uckermark geschlossen

Stand: 11.12.2025 13:08 Uhr

Nach der schweren Pipeline-Havarie in der Uckermark ist der Ölaustritt gestoppt, Spezialisten sollen nun das ausgetretene Rohöl absaugen. Zwei Mitarbeiter, die bei dem Unfall verletzt wurden, sind außer Lebensgefahr.

  • Leck nach Pipeline-Havarie geschlossen
  • Feuerwehreinsatz beendet, Gefahrenmeldung aufgehoben
  • Öl soll abgesaugt, Erdboden abgetragen werden
  • Genaue Menge des ausgetretenen Rohöls noch unklar

An der havarierten Öl-Pipeline bei Gramzow (Uckermark) ist das Leck geschlossen worden. In der Nacht zu Donnerstag beendeten die Feuerwehren zwischen 2 und 3 Uhr ihren Einsatz, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost sagte.
 
Der Gefahrstoffexperte vom Landesfeuerwehrverband, Alexander Trenn, sagte dem rbb, man sei gegen Mitternacht abgezogen. Der Ölaustritt sei gestoppt und der Ölfluss umgeleitet worden. Alles Weitere sei jetzt Aufgabe des Pipeline-Betreibers, der PCK-Raffinerie in Schwedt.
 
Eine Gefahrenmeldung wurde in der Nacht aufgehoben. Zur Absicherung des Havarie-Ortes sind noch das Technische Hilfswerk (THW), die Feuerwehr aus Gramzow und die PCK-Betriebsfeuerwehr vor Ort.
 
Durch die Pipeline zwischen dem Hafen von Rostock und der PCK-Raffinerie in Schwedt fließt laut rbb-Informationen aktuell kein Rohöl – erstmal muss die Pipeline repariert werden.

Woidke: Versorgung nicht in Gefahr

Das Ausmaß der Schäden ist noch Unklar. Die Brandenburger Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) sagte am Donnerstag dem rbb, es lasse sich noch nicht genau beziffern, wieviel Liter Rohöl ausgetreten seien. Zuletzt sei von 350.000 Litern die Rede gewesen, aber auch da sei “noch nicht aller Tage Abend”.
 
Die Ministerin betonte, die Meldeketten in der Havarie hätten gut funktioniert. Wichtig sei nun zu schauen, wie die Umweltbelastung möglichst gering gehalten werden könne. Mittelstädt und Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) wollen sich am Donnerstagmittag vor Ort ein Bild von der Lage machen.
 
Der Öl-Austritt hat offenbar keine Folgen für die Versorgungssicherheit. Das erklärte der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag. Allerdings müsse nun bei Tageslicht geprüft werden, wie groß die Auswirkungen auf die Umwelt seien.

Unfall bei Vorbereitung eines Sicherheitstests

Zu dem Vorfall kam es nach Angaben der PCK-Raffinerie am Mittwochnachmittag, als Mitarbeiter einen Sicherheitstest für Donnerstag vorbereitet hatten. Aus dem Leck trat das Öl laut Feuerwehr mit einem Druck von 20 Bar aus – die Fontäne war zeitweise 20 bis 30 Meter hoch. Zwei PCK-Mitarbeiter wurden verletzt. Lebensgefahr bestand aber nicht.
 
Der Sprecher der Geschäftsführung der PCK-Raffinerie, Ralf Schairer, sagte dem rbb, der Vorfall werde in den nächsten Tagen untersucht. Außerdem werde mit Hochdruck daran gearbeitet, das Rohöl aus der Natur zu entfernen und alles wiederherzustellen. Dafür müsse das Öl eingesaugt und der Erdboden abgetragen werden. Wie groß die Schäden sind, konnte Schairer noch nicht sagen.

Ackerboden durch Regen sehr nass

Zu einer möglichen Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers sagte der Abteilungsleiter der Feuerwehr Schwedt, Alexander Trenn, der umliegende Ackerboden sei glücklicherweise sehr nass durch Regen. Dadurch sei das Öl, das leichter sei als Wasser – quasi darauf schwimme -, am Abend nicht sehr tief ins Erdreich eingedrungen. Daher sei eine weitgehende Verunreinigung des Grundwassers zunächst unwahrscheinlich.
 
Am Mittwoch “wurde noch abgepumpt und so viel Öl wie möglich in die ganzen Saugwagen gepumpt”, sagte er. Als die Feuerwehren wegfuhren, seien zumindest auch die Ölpfützen weg gewesen.
 
Die weiteren Maßnahmen treffe nun PCK, sagte Trenn. Welche das sind, war zunächst nicht bekannt. Seitens des Unternehmens gab es dazu zunächst keine Angaben. Nach Abschluss der ersten Untersuchungen solle es weitere Informationen geben, teilte eine Sprecherin mit.
 
Die Leitung versorgt die PCK-Raffinerie, nachdem die Bundesregierung die Druschba-Pipeline aus Russland im Zuge des Erdöl-Embargos abgeschaltet hat.

“APR”-Pipeline

Erdölpipeline zwischen Rostock und Schwedt
Die Erdölpipeline “APR” zwischen dem Hafen Rostock und der PCK-Raffinerie Schwedt wird von der Mineralölverbundleitung GmbH Schwedt (MVL) betrieben, an der auch die PCK-Raffinerie beteiligt ist. Die Leitung mit einem Durchmesser von 400 Millimetern ist 201 Kilometer lang und wurde 1969 in Betrieb genommen. Sie kann grundsätzlich in beide Richtungen genutzt werden, wird aktuell jedoch von Rostock nach Schwedt betrieben. Ihre jährliche Transportkapazität liegt laut MVL zwischen rund 3 und maximal 6,8 Millionen Tonnen Rohöl.

Sendung: rbb24 Inforadio, 11.12.2025, 6:00 Uhr

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