Lufthansa-Piloten streiken am Montag und Dienstag

Lufthansa-Piloten streiken am Montag und Dienstag

Stand: 11.04.2026 • 17:46 Uhr

Erst das Kabinenpersonal, nun die Piloten: Erneut wird bei der Lufthansa gestreikt. Für Montag und Dienstag hat die Vereinigung Cockpit zum Streik aufgerufen. Betroffen sind die Fluglinien Lufthansa, Eurowings und Lufthansa CityLine.

Die Pilotinnen und Piloten der deutschen Lufthansa-Gruppe sind Montag und Dienstag zu Streiks aufgerufen. Der Ausstand ist von Montag 00.01 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr vorgesehen, wie die Vereinigung Cockpit (VC) mitteilte. Zum Streik aufgerufen sind die VC-Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa AG, der Lufthansa Cargo AG, der Lufthansa Cityline GmbH sowie der Eurowings GmbH.

“Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt”, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. “Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.”

Laut VC keine Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich “auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient”. Eurowings-Flüge sollen nur am Montag bestreikt werden.

VC betonte, man sei weiterhin gesprächsbereit. “Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt”, erklärte Pinheiro. “Ein Streik ist immer das letzte Mittel, um Bewegung in gescheiterte Verhandlungen zu bringen. Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite”, so der VC-Präsident.

Lufthansa spricht von “völlig neuer Stufe der Eskalation”

Die Lufthansa kritisierte den Streikaufruf auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP deutlich. Es handele sich um eine “völlig neue Stufe der Eskalation”. Die Kernforderung der Gewerkschaft “nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge ist absurd und unerfüllbar”, erklärte der Konzern.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik nach Konzernangaben ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate.

Erst gestern hatte das Kabinenpersonal der Lufthansa die Arbeit niedergelegt. Hunderte Flüge waren bei dem eintägigen Streik der Kabinengewerkschaft UFO ausgefallen. Die Pilotengewerkschaft ​rief ‌ihre Mitglieder auf, sich an ‌einer ​für Mittwoch geplanten Kundgebung der Flugbegleitergewerkschaft UFO am Frankfurter ​Flughafen zu beteiligen.

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