Mangelnder Kinderschutz: Meta zu Strafe von 375 Millionen Dollar verurteilt

Mangelnder Kinderschutz: Meta zu Strafe von 375 Millionen Dollar verurteilt

Stand: 25.03.2026 • 08:27 Uhr

Dem Facebook-Mutterkonzern Meta wird immer wieder vorgeworfen, junge Nutzer nicht ausreichend zu schützen. Ein US-Gericht hat nun eine Millionenstrafe verhängt: Der Konzern täusche bei der Sicherheit seiner Plattformen.

Der Tech-Gigant Meta, zu dem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, ist in den USA wegen mangelnden Schutzes von Kindern auf seinen Plattformen zu einer Strafzahlung von 375 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 323 Millionen Euro, verurteilt worden. Eine Jury im Bundesstaat New Mexico sah es als erwiesen an, dass der Konzern gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz verstoßen hat.

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates hatte Meta vorgeworfen, Nutzer über die Sicherheit der digitalen Plattformen zu täuschen und die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu begünstigen. Sexualstraftätern sei ein ungehinderter Zugang zu minderjährigen Nutzern gewährt worden, was oft zu tatsächlichem Missbrauch und Menschenhandel führe.

Aktie steigt trotz des Urteils

Meta kündigte an, in Berufung zu gehen. Man sei mit dem Urteil nicht einverstanden, teilte der Konzern mit. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Sicherheit in seinen Netzwerken zu gewährleisten.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von zwei Milliarden Dollar gefordert. Die Meta-Aktie legte im nachbörslichen Handel zunächst um 0,8 Prozent zu. Die Entscheidung in New Mexico ist das erste Geschworenenurteil dieser Art gegen den Social-Media-Konzern.

Whistleblowerin brachte Fall ins Rollen

Meta steht seit Jahren wegen des Umgangs mit dem Jugendschutz in der Kritik. Ausgelöst wurde dies unter anderem durch die Aussage einer Whistleblowerin vor dem Kongress im Jahr 2021. Demnach soll das Unternehmen gewusst haben, dass seine Produkte schädlich sein könnten, sich jedoch geweigert haben, Maßnahmen zu ergreifen.

Weitere Klagen erwartet

Unabhängig von dem Verfahren in New Mexico sieht sich Meta mit Tausenden weiteren Klagen konfrontiert. Darin wird dem Konzern vorgeworfen, seine Dienste absichtlich so zu gestalten, dass sie junge Menschen süchtig machen und damit zu einer landesweiten Zunahme psychischer Erkrankungen beitragen.

In Los Angeles beraten die Geschworenen gerade in einem anderen Prozess, in dem eine junge Frau Meta und der Google-Tochter YouTube vorwirft, deren Dienste seien bewusst so gestaltet worden, dass sie Nutzer süchtig machten.

In einigen dieser Verfahren werden laut Unterlagen des Konzerns Schadensersatzforderungen in zweistelliger Milliardenhöhe geltend gemacht. Das Urteil in New Mexico ist somit das erste zu einer Serie von Klagen gegen Meta und andere Online-Plattformen.

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