Marktbericht: DAX kaum verändert | tagesschau.de

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Stand: 17.03.2026 • 07:34 Uhr

Nach einen positiven Wochenstart könnte dem DAX heute schon wieder die Luft auszugehen. Daran scheinen auch gute Vorgaben aus den USA nichts ändern zu können – dort sind gestern KI-Träume wieder aufgeflammt.

Nach seinem soliden Wochenauftakt dürfte der DAX heute bei einem wieder leicht höheren Ölpreis verhalten in den Tag starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex zur Stunde rund 0,2 Prozent tiefer bei 23.503 Punkten. Gestern hatte der Leitindex noch ein Plus von 0,5 Prozent auf 23.564 Punkte geschafft.

Gleichzeitig wachse der Zweifel, ob die Regierung in Teheran den Druck, den die Kontrolle über die Straße von Hormus erzeugt, rasch preisgeben werde. Die Ölpreise zogen erneut an: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Morgen auf 102,87 Dollar. Auch das US-Öl WTI ist am Morgen mit 95,89 Dollar teurer als gestern.

Für Entspannung sorgen könnte heute die Nachricht, dass der Iran zwei unter indischer Flagge fahrenden Flüssiggastankern die sichere Fahrt durch die Straße von Hormus gewährt hat. Die beiden Schiffe der Staatsreederei Shipping Corporation of India (SCI) hätten die Meerenge unter Aufsicht der indischen Marine passiert, berichtete die Zeitung “The Times of India”. Der indische Außenminister Subramanyam Jaishankar führte die sichere Durchfahrt der Tanker auf diplomatische Bemühungen zurück.

Die asiatischen Bösen haben am Morgen etwas zugelegt. Der japanische Nikkei-Index stieg um 0,3 Prozent auf 53.906 Punkte, während die Börse in Shanghai kaum verändert notierte. Ein Analyst sprach von einer technischen Gegenbewegung statt eines neuen Aufwärtstrends.

Die Sorge vor einer Eskalation des Iran-Konflikts und die bevorstehenden Zinsentscheidungen wichtiger Notenbanken bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank, die Bank of England und die Bank of Japan werden in dieser Woche über die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts beraten. Es wird jedoch erwartet, dass alle ihre Geldpolitik unverändert lassen.

Neue Kursphantasien im Technologiesektor haben den US-Börsen Auftrieb gegeben. Der Konflikt im Nahen Osten bremste jedoch die Risikobereitschaft der Anleger. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann schließlich 0,8 Prozent auf 46.946 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,2 Prozent auf 22.374 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 1,0 Prozent auf 6.699 Stellen.

Vor allem Technologiewerte legten zu. Aktien von Meta stiegen um 2,3 Prozent, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte, der Facebook-Mutterkonzern plane den Abbau von 20 Prozent oder mehr seiner Stellen. Damit wolle das Unternehmen kostspielige Investitionen in die KI-Infrastruktur ausgleichen und sich auf eine höhere Effizienz durch den Einsatz von KI vorbereiten.

Auch Nvidia stand einmal mehr im Fokus der Anleger: Nvidia-Chef Jensen Huang rechnet mit Bestellungen im Wert von mindestens einer Billion Dollar für aktuelle KI-Chipsysteme des Konzerns bis Ende 2027. Zugleich sei er überzeugt, dass die Nachfrage nach Computer-Kapazität auch noch deutlich höher ausfallen werde, sagte Huang bei der hauseigenen Entwicklerkonferenz GTC. Die neue Prognose liegt damit deutlich über der Schätzung, die der US-Chipkonzern bei seinen jüngsten Quartalszahlen nannte.

Die Grafikprozessoren (GPU) von Nvidia gelten als Rückgrat des weltweiten Booms bei generativer KI wie etwa großen Sprachmodellen, für die eine immense Rechenleistung nötig ist. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 4,7 Billionen Dollar ist Nvidia das derzeit wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt.

Die US-Börsenaufsicht SEC bereitet offenbar die Abschaffung der vierteljährlichen Berichtspflicht vor. Unternehmen sollen ihre Ergebnisse künftig nur halbjährlich vorlegen müssen, berichtete das “Wall Street Journal” (WSJ) gestern unter Berufung auf Insider. Der Vorschlag könnte im kommenden Monat veröffentlicht werden. Präsident Donald Trump hatte sich Ende vergangenen Jahres erneut für diesen Schritt ausgesprochen, woraufhin SEC-Chef Paul Atkins ankündigte, dies beschleunigt umzusetzen.

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