Marktbericht: Mauer Start in den Dezember

Marktbericht: Mauer Start in den Dezember


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Stand: 01.12.2025 10:45 Uhr

Nach der Erholung in der Vorwoche ist der DAX mit einem leichten Minus in den Dezember gestartet. Anleger hoffen auf die Zinssenkung der US-Notenbank. Facht das die Jahresendrally an der Börse an?

Der DAX ist mit einem leichten Minus in den Dezember gestartet. Zu Beginn der neuen Börsenwoche stehen rund 23.688 Zähler an der Frankfurter Börsentafel. Damit kann der deutsche Leitindex zum Handelsstart zunächst nicht an die Erholung der Vorwoche anknüpfen.

Auf Wochensicht hatte der DAX gut drei Prozent zugelegt. Als Gründe nannten Analysten die Spekulation auf eine baldige Zinssenkung in den USA und die Hoffnung auf ein Friedensabkommen für die Ukraine. Insgesamt ist die Novemberbilanz für den DAX mit einem Abschlag von einem halben Prozent jedoch leicht negativ ausgefallen – obwohl der November traditionell als starker Börsenmonat gilt.

Das Schlussquartal bleibe bislang hinter den Erwartungen der Anleger, schreibt Christian Henke von IG Markets: “Der Dezember muss es richten. Daher hoffen viele Marktteilnehmer auf eine Zinssenkung in neun Tagen.” Gemessen an Terminkursen sei die Wahrscheinlichkeit auf eine Zinssenkung wieder auf über 85 Prozent gestiegen, nachdem sie vor Kurzem noch bei 50 Prozent gelegen habe, kommentierte Analyst Frank Klumpp von der LBBW.

Auch Anlagestratege Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management hält weiter sinkende Zinsen für wahrscheinlich, da der scheidende Notenbankchef Jerome Powell die Märkte in der Vorweihnachtszeit nicht überraschen wolle. Er geht davon aus, dass es Powells letzte geldpolitische Maßnahme wird.

Nach der feiertagsbedingten Pause an den US-Börsen dürften die Impulse von Übersee allgemein wieder zunehmen. In den USA haben Konsumenten auf der Schnäppchensuche in Internet-Shops am “Black Friday” rekordverdächtige knapp zwölf Milliarden Dollar ausgegeben. Geholfen haben ihnen dabei KI-gestützte Shopping-Tools. Laut Adobe Analytics, das eine Billion Besuche von Käufern auf Online-Einzelhandelswebseiten erfasst, gaben Amerikaner am wichtigsten Einkaufstag des Jahres 11,8 Milliarden Dollar online aus. Das waren 9,1 Prozent mehr als 2024.

Nach zwei sehr guten Aktienjahren könnte 2025 für Anleger doch noch zur Zitterpartie werden. Denn die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI) und die Hoffnung auf damit verbundene enorme Gewinne ist zeitweise ins Wanken geraten und bremst die Rekordrally an den Aktienmärkten immer wieder aus. Die Risikostimmung der Finanzmarktakteure drehe dieser Tage im Wochenrhythmus, so fasst es ein Analyst der LBBW die Stimmung an den Märkten zusammen. Dennoch steuert der DAX auf eine sehr gute Jahresbilanz zu. Nach den jüngsten Kursgewinnen summiert sich der Kurs-Anstieg im DAX bisher schon auf fast 20 Prozent – deutlich mehr als in den Vorjahren.

Unternehmensseitig war ein Meldung vom Wochenende spannend. Nach einem Handelsblatt-Bericht wollen die Telekom und Lidl-Mutterkonzern Schwarz-Gruppe gemeinsam ein Großrechenzentrum in Deutschland bauen. Sie führten bereits intensive Gespräche, um sich für die von der Europäischen Union geförderten Großrechenzentren zu bewerben, berichtete das Handelsblatt gestern unter Berufung auf sechs mit dem Vorgang vertraute Personen. Der kanadische Finanzinvestor Brookfield könnte demnach das Projekt als Geldgeber unterstützen. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, eine formelle Einigung stehe aber noch aus, hieß es von drei der Personen.

Eine Software-Panne bei Airbus-Flugzeugen hatte am Wochenende zu Flugausfällen in den USA geführt. Hintergrund ist eine Rückrufaktion nach einem unbeabsichtigten Höhenverlust bei einem JetBlue-Flug am 30. Oktober, bei dem zehn Passagiere verletzt wurden. Als mögliche Ursache für den ursprünglichen Vorfall gilt intensive Sonneneinstrahlung. Laut Airbus könnte starke Strahlung Daten beschädigt haben, die für die Steuerung wichtig sind. Mittlerweile habe das Airbus hat die Softwareprobleme bei den etwa 6000 betroffenen Flugzeugen seiner A320-Familie weitgehend behoben. Die Airbus-Aktie rutscht mit gut drei Prozent Minus ans DAX-Ende.

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