Marktbericht: Ölpreise bestimmen weiter das Marktgeschehen

Marktbericht: Ölpreise bestimmen weiter das Marktgeschehen


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Stand: 07.04.2026 • 07:46 Uhr

US-Präsident Trump hält an seinem Ultimatum fest: Sollte der Iran nicht einlenken, droht er mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur des Landes. Für Aktien bedeutet dies weitere Verluste.

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hält die Aktienmärkte in Bann. Die Drohungen des Weißen Hauses werden wieder zur Belastung für die Märkte. US-Präsident Donald Trump hatte seine Warnung vor einer “völligen Zerstörung” aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigt, falls Teheran nicht die Straße von Hormus öffnet.

Daraufhin zogen die Ölpreise wieder an. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um knapp zwei Prozent auf wieder über 111 Dollar je Barrel (159 Liter). Seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die Hälfte an. Die Ölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird der Krieg zu höherer Inflation und einem langsameren globalen Wachstum führen.

Dabei hatte man am langen Osterwochenende auf Entspannung in dem Konflikt gehofft. An der Wall Street waren die Kurse am Ostermontag gestiegen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,4 Prozent fester mit 46.670 ​Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,5 Prozent auf 21.996 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 0,4 Prozent auf 6612 Stellen. Für den S&P und die Nasdaq war es der vierte Handelstag in Folge mit Gewinnen.

“Die Realität ist, ​dass wir uns hoffentlich langsam einer Lösung nähern”, sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege bei der Carson Group mit Blick auf den Iran-Krieg. “Leider wird es heute noch nicht soweit sein. Aber ich glaube, die Anleger haben das Gefühl, dass auf beiden Seiten mehr Gespräche stattfinden.”

Heute Vormittag zeigt sich schon wieder ein völlig anderes Bild. Japans Börsen knickten ein. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent nach. Der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3.644 Zählern. Die Börse in Shanghai gewann 0,5 Prozent.

Auch für den Handelsauftakt in Frankfurt zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Deutsche Aktienindex (DAX) dürfte sich kaum verändert aus dem langen Osterwochenende zurückmelden. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Start des regulären Xetra-Handels auf 23.155 Punkte und damit nur minimal unter dem Stand vom Gründonnerstag.

Dabei bleiben die Ölpreise der entscheidende Faktor. Es wird befürchtet, dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen könnte. “Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig”, sagte Lufthansa-Vorständin Grazia Vittadini der Welt am Sonntag. “Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden.”

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