Nach Trump-Äußerungen: Drastische Kurswende an den Börsen

Nach Trump-Äußerungen: Drastische Kurswende an den Börsen


marktbericht

Stand: 23.03.2026 • 13:52 Uhr

Gleich zu Wochenbeginn erleben die Investoren ein drastisches Auf und Ab: Die begründete Sorge vor einem neuen Inflationsschub wich gegen Mittag der Hoffnung auf eine Deeskalation im Persischen Golf.

Kurz nach Mittag fanden sich die Finanzmärkte in einer völlig neuen Lage wieder: Mit US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, nach “sehr guten und produktiven” Gesprächen mit dem Iran über “eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten” sein Ultimatum gegen das Land um fünf Tage zu verlängern, drehten sich die Vorzeichen an den Finanz- und Rohstoffmärkten komplett um.

Der DAX, der zuvor um weitere 2,3 Prozent abgerutscht war, machte daraufhin seine Verluste binnen Sekunden vollständig wett. Am frühen Nachmittag notiert der deutsche Leitindex 1,9 Prozent höher bei 22.812 Punkten.

Die Ölpreise fielen dagegen deutlich zurück. Zur Stunde kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent nur noch knapp über 103 Dollar, nachdem es am Morgen noch über 114 Dollar gekostet hatte.

Die Edelmetallpreise, die zuvor unter der Erwartung steigender Zinsen gelitten hatten, erholten sich ebenfalls deutlich. Der Goldpreis stieg bis zum Mittag wieder über 4.400 Dollar pro Feinunze.

Neue Hoffnung auf Deeskalation

“Aufgrund des Tenors und Tons” der Gespräche habe er das Kriegsministerium angewiesen, vorerst von den Angriffen auf iranische Energieinfrastruktur abzusehen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die große Frage an den Märkten ist nun, ob die nach Aussage Trumps in dieser Woche weiter laufenden Gespräche mit dem Iran tatsächlich die zuletzt drohende Eskalation abwenden und möglicherweise sogar in einen Waffenstillstand münden können.

Trumps Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus hatte die Märkte am Morgen in Aufruhr versetzt, denn der Iran drohte seinerseits, den Energiesektor auch bei den übrigen Anrainerstaaten am Persischen Golf zu zerstören.

Gefahr eines neuen Inflationsschocks bleibt

Sollten die Verhandlungen der höchst ungleichen Gegner scheitern und der Iran-Krieg tatsächlich in gegenseitigen Angriffen auf Energieanlagen eskalieren, würde dies die Weltwirtschaft in einen Teufelskreis stürzen: Die unweigerlich drastisch steigenden Öl- und Gaspreise würden einen neuen Preisschub nach sich ziehen, der so gut wie alle Warengruppen erfassen würde. Das wiederum würde die Geldpolitiker in den Notenbanken alarmieren, die vorrangig für die Stabilität der Preise verantwortlich sind.

Und eine strengere Geldpolitik mit insbesondere steigenden Zinsen ist Gift für die Aktienmärkte. Bei den Unternehmen steigen die Zinskosten, was die Gewinne drückt, und auf Seiten der Finanzmärkte werden Anleihen als Geldanlage vergleichsweise attraktiver.

Entsprechend haben sich die Märkte von ihren zuversichtlichen Zinsprognosen zu Jahresbeginn verabschiedet und schon begonnen, auf mögliche Zinserhöhungen in Europa zu spekulieren.

Dieses Szenario tritt nun vorerst in den Hintergrund, bleibt aber eine reale Gefahr. Auch wenn beide Seiten ein Interesse an einer Deeskalation haben dürften, bleibt der Ausgang der Gespräche offen und die Lage unübersichtlich.

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