NASA und ESA: Artemis-3-Mission ohne deutschen Astronauten geplant

NASA und ESA: Artemis-3-Mission ohne deutschen Astronauten geplant

Stand: 09.06.2026 • 21:23 Uhr

Mit Artemis 3 will die NASA künftige Mondlandungen vorbereiten. Zunächst hieß es, ein deutscher Astronaut könnte dabei sein. Aber nun soll der Italiener Luca Parmitano als einziger Europäer an der Mission teilnehmen.

Europa wird erstmals mit einem eigenen Astronauten beim NASA-Mondprogramm dabei sein – früher als bisher vorgesehen. Der Italiener Luca Parmitano sei einer der vier Raumfahrer bei Artemis 3, sagte Jared Isaacman, Chef der US-Raumfahrtbehörde NASA. Starten soll die Mission im kommenden Jahr. Überraschenderweise ist nun doch kein deutscher Raumfahrer dabei.

Von der europäischen Raumfahrtagentur ESA hatte es zuletzt geheißen, ein Deutscher werde der erste Europäer, der auf einer Mondmission fliegen werde. Allerdings geht es mit Artemis 3 auch gar nicht zum Mond, sondern nur zu Tests in eine Erdumlaufbahn.

Warum plötzlich bereits bei Artemis 3 statt wie bisher geplant frühestens bei Artemis 4 ein Europäer mit an Bord sein wird, wurde nicht mitgeteilt. Auch ob weiterhin ein deutscher ESA-Astronaut mit der Mission Artemis 4 Richtung Mond fliegen soll oder ob das nun erst neu mit der NASA verhandelt werden muss, ist unklar.

Italienischer Raumfahrer war gerührt

Astronaut Parmitano zeigte sich sichtlich bewegt. “Ich fühle mich von der Rolle, die mir gegeben wurde, geehrt”, sagte der 49-Jährige in Houston. “Vor allem bin ich dankbar.” An seine Frau, seine beiden Töchter und weitere Teile seiner Familie gewandt sagte Parmitano: “Ihr seid die Energie, die meine Seele nährt, und eure Liebe ist der Funke, der jede Leidenschaft entfacht. Danke, Grazie!” Dabei brach dem Italiener kurz die Stimme weg.

Parmitano wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und war Testpilot. 2009 wurde er als ESA-Astronaut ausgewählt, war zweimal auf der Raumstation ISS und dort mehrfach an Andockmanövern beteiligt. Mit zur Artemis-3-Crew sollen zudem die US-Amerikaner Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik gehören, für den Notfall steht Bob Hines als Ersatz bereit. Anders als bei der Mission Artemis 2, mit der die US-Amerikanerin Christina Koch zur ersten Frau in der Nähe des Mondes wurde, ist diesmal keine Astronautin dabei.

Tests für die Rückkehr zum Mond

Mit dem Artemis-Programm strebt die US-Raumfahrtagentur NASA eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond an. Mit Artemis 3 würden die entscheidenden Abläufe für die Rückkehr der Menschheit zum Mond getestet, hieß es von der ESA. “Ein großer Schritt nach vorn für die ESA-NASA-Partnerschaft.”

ESA-Chef Josef Aschbacher hatte Ende 2025 gesagt: “Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, ESA-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.” Zuerst sei Deutschland an der Reihe. Die beiden deutschen ESA-Raumfahrer Alexander Gerst und Matthias Maurer hatten mehrfach betont, diese Chance sehr gern wahrnehmen zu wollen.

Bei der Vorstellung der Artemis 3-Astronauten sagte Aschbacher nun, die ESA hätte sich keinen besseren Piloten als Parmitano wünschen können. “Hier bei der ESA gibt es echten Stolz zu wissen, dass neben dem NASA-Kommandanten ein europäischer Astronaut an der Steuerung dieser Mission beteiligt sein wird.”

Auch Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner gratulierte Parmitano. “Luca ist ein absoluter Profi und zudem ein sehr sympathischer Typ”, sagte er. In Wörners Amtszeit als Generaldirektor der ESA (2015 bis 2021) flog Parmitano 2019 zum zweiten Mal ins All. “Prima, dass ein Europäer am Artemis-Programm teilnehmen kann”, sagte Wörner. “Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass auch bei der Landung auf dem Mond ein Europäer dabei ist.”

NASA-Chef hatte Artemis-Programm verändert

Ursprünglich hatte es schon bei Artemis 3 eine Mondlandung geben sollen. NASA-Chef Isaacman hatte Ende Februar dann eine Änderung angekündigt: Artemis 3 starte schon 2027, lande aber nicht auf dem Mond. Stattdessen soll das Raumschiff Orion nur in einer Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) fliegen, die Crew soll die Kopplung mit einer oder zwei Mondlandefähren erproben.

2028 könnte es dann gleich zwei Mondlandungs-Missionen geben: Artemis 4 und Artemis 5. In der Vergangenheit gab es allerdings immer wieder Verzögerungen. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert waren Anfang April wieder Menschen in die Nähe des Mondes geflogen. Gelandet waren sie nicht.

Das “Artemis”-Programm – benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie – war von der NASA 2017 verkündet worden.

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