Osterbotschaft von Leo XIV.: Deutliche Worte an die, die Kriege beginnen

Osterbotschaft von Leo XIV.: Deutliche Worte an die, die Kriege beginnen

Stand: 05.04.2026 • 14:17 Uhr

Konkrete Konflikte in einzelnen Ländern sprach der Papst in seiner Osterbotschaft nicht an. Doch an die Mächtigen der Welt richtete Leo XIV. einen klaren Appell: “Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden”.

Lisa Weiß

Wunderschönes Frühlingswetter, ein wahres Blumenmeer vor dem Petersdom, der Platz gefüllt mit Gläubigen: beste Voraussetzungen für die erste Ostermesse von Leo XIV. als Papst. Leo wirkte, wie fast immer, ernst und gefasst.

Schon in seiner Predigt hatte er das Thema Tod, Gewalt und Kriege angesprochen – auch seine Osterbotschaft war ein einziger Appell für den Frieden:

Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog. Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen.

Anlehnung an Franziskus’ letzte Botschaft

Der Papst sprach in seiner Osterbotschaft auch von der Kraft der Liebe, die der Menschheit Frieden bringe – und gewaltfrei sei. “Wir sind gerade dabei, uns an die Gewalt zu gewöhnen, wir finden uns damit ab und werden gleichgültig”, so Leo. “Gleichgültig gegenüber dem Tod Tausender Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, welche die Konflikte nach sich ziehen. Gleichgültig gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die sie verursachen und die wir doch alle spüren.”

Es gebe eine immer ausgeprägtere Globalisierung der Gleichgültigkeit, sagte Leo – diesen Ausdruck hatte schon sein Vorgänger Papst Franziskus oft verwendet. Leo erinnerte auch an die Worte von Franziskus bei seiner letzten Osterbotschaft: wie viel Todeswillen sehen wir jeden Tag in den vielen Konflikten in verschiedenen Teilen der Welt.

Der schwer kranke Franziskus war am Ostersonntag vor einem Jahr zum letzten Mal öffentlich aufgetreten, seine Osterbotschaft konnte er nicht selbst vortragen. Er starb am Morgen des Ostermontag.

Allgemein gehaltener Friedenswunsch

Konkrete Konflikte in einzelnen Ländern sprach Papst Leo im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht an – er formulierte die Hoffnung auf Frieden in der Welt allgemein:

Lassen wir am heutigen Festtag alle Streitlust, jeden Wunsch nach Dominanz und Macht hinter uns und bitten wir den Herrn, er möge der Welt seinen Frieden schenken – einer Welt, die von Kriegen heimgesucht und von Hass und Gleichgültigkeit gezeichnet ist, die uns dem Bösen gegenüber machtlos erscheinen lassen.

Segen in Deutsch – was der Papst angeblich gerade lernt

Im Anschluss an die Osterbotschaft spendete Papst Leo dann von der Mittelloggia des Petersdoms aus den traditionellen Segen “Urbi et Orbi” gespendet – also der Stadt und dem Erdkreis. Was dabei klar wurde: In noch einem Detail unterscheidet sich Leos Art, Ostern zu feiern von der seines Vorgängers. Franziskus hatte die Gläubigen beim “Urbi et Orbi” nur auf Italienisch gegrüßt, ihnen auch einfach mal nur ein gutes Mittagessen gewünscht.

Papst Leo hat den Brauch wieder aufgenommen, die Gläubigen in vielen verschiedenen Sprachen zu grüßen – auch auf Deutsch: “Frohe Ostern. Bringt allen die Freude des auferstandenen Jesus, der unter uns gegenwärtig ist.” Es heißt, der Papst lerne in seiner Freizeit fleißig Deutsch. Die Aussprache ist schon mal ziemlich gut.

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