Krieg ist teuer: Eine Milliarde Dollar kostet der Iran-Krieg pro Tag – alleine die USA. Nun will das Pentagon zusätzliche 200 Milliarden Dollar vom Kongress. Ein “kleiner Preis”, sagt US-Präsident Trump.
Als die US-Armee vor knapp drei Wochen den Feldzug gegen Iran begann, war zu Hause in Washington allen klar: Bald wird das Pentagon den Kongress um mehr Geld bitten. Doch niemand rechnete wohl damit, dass das Verteidigungsministerium jetzt nicht weniger als 200 Milliarden Dollar will, umgerechnet etwa 173 Milliarden Euro.
“Es kostet Geld, die Bösen zu bekämpfen”
Verteidigungsminister Pete Hegseth, den die US-Regierung zum Kriegsminister gemacht hat, bestritt die von mehreren Medien genannte Summe nicht. “Diese Zahl könnte sich natürlich noch ändern. Es kostet Geld, die Bösen zu bekämpfen. Deshalb wenden wir uns an den Kongress, um sicherzustellen, dass wir für das, was bereits getan wurde, und für das, was wir in Zukunft möglicherweise tun müssen, angemessen finanziert werden. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Munitionsvorräte aufgefüllt werden – und zwar nicht nur aufgefüllt, sondern dass sie über das erforderliche Maß hinausgehen.”
Ein Tag Krieg gegen Iran kostet das US-Militär Schätzungen zufolge eine Milliarde Dollar. Im aktuellen Haushaltsjahr stehen dem Pentagon regulär rund 870 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Das Pentagon hat seinen Wunsch beim Weißen Haus abgegeben, wahrscheinlich Ende des Monats wird er dem Kongress offiziell vorgelegt. Der müsste die Ausgabe bewilligen.
Trump: “Ein kleiner Preis”
“Wir bitten aus mehreren Gründen darum, Gründen, die über den Iran hinausgehen”, sagte Präsident Donald Trump. “Das ist eine sehr unbeständige Welt. Die Militärausrüstung, die Zerstörungskraft einiger dieser Waffen ist unvorstellbar. Es ist ein kleiner Preis dafür, dass alles perfekt bleibt.”
Ein “kleiner Preis”? 200 Milliarden Dollar – das ist etwa das Doppelte dessen, was Deutschland im vergangenen Jahr für die Verteidigung ausgegeben hat, nach NATO-Definition, inklusive Bundeswehr-Sondervermögen.
Empörung bei den Demokraten
Politiker der Demokraten reagierten empört auf die Forderung aus dem Pentagon. Einige rechneten vor, was sich mit diesem Geld sonst so bezahlen ließe: Krankenversicherung für alle, Vorschule in allen Bundesstaaten, kostenlose Schulmahlzeiten.
“Es ist schon ein bisschen dreist, dass sie sich wegen des Geldes an den Kongress wenden wollen, aber sich nicht an den Kongress gewandt haben, als es um die Genehmigung für den Krieg ging”, sagte Angus King, ein Unabhängiger, der der demokratischen Senatsfraktion angehört, bei CNN. “Da steckt schon ein bisschen Ironie drin.”
Zurückhaltung bis Ablehnung bei Republikanern
Selbst einige Republikaner reagierten zurückhaltend, so Senator Thomas Lankford. “Es wird hier auf die Einzelheiten ankommen. Nie sollte der Kongress einer Administration einen Blankoscheck ausstellen. Wir sollten uns die Details anschauen und versuchen, herauszufinden, was sie erreichen wollen.” Er gehe unvoreingenommen an die Sache heran.
Die Abgeordnete Lauren Boebert hingegen kündigte ein klares Nein an. Sie gehört zum MAGA-Lager bei den Republikanern. Sie habe es so satt, Geld woanders auszugeben und nicht in den USA.
Wie es scheint, steht der Trump-Regierung ein harter politischer Kampf bevor. Sie wird viel Geld für einen Krieg verlangen, den die meisten Amerikaner ablehnen.


