Kremlchef Putin soll die Reichen seines Landes um finanzielle Unterstützung für den Krieg gegen die Ukraine gebeten haben. Sein Sprecher bestreitet diese Darstellung – die Unternehmer würden selbst spenden wollen, so Peskow.
Kriege kosten – das bekommt auch Kremlchef Wladimir Putin zu spüren. Wie die Zeitung “Financial Times” berichtet, soll Putin nun die Superreichen seines Landes um Spenden gebeten haben – für die in Russland sogenannte militärische Spezialoperation in der Ukraine.
Von russischen Medienschaffenden dazu befragt, wollte Kremlsprecher Dimitrij Peskow seinen Chef offenbar nicht als Bittsteller dastehen lassen. Er erklärte, Putin habe nicht um Spenden gebeten. Vielmehr habe ein Geschäftsmann während einer Sitzung des Unternehmer- und Industriellenverbandes die Initiative ergriffen.
Peskow: Unternehmer halten Spenden für Pflicht
Dieser habe erklärt, er halte es für notwendig, eine “große, sehr große Geldsumme für den Staat bereitzustellen”. Sein Argument: Die meisten Unternehmer hätten ihr Geld in den 1990er-Jahren gemacht – mit Hilfe des Staates. Und viele von ihnen – so Peskow weiter – hielten es für ihre Pflicht, solche Einlagen zu machen.
Zuvor hatte das unabhängige Wirtschaftsportal “The Bell” berichtet, Putin habe bei der Verbandssitzung hinter verschlossenen Türen erklärt, Russland werde weiterkämpfen und auf jeden Fall die gesamte Donbassregion erobern. Ob nun Putin um Spenden gebeten hat oder nicht – klar ist offenbar, dass Russland Geld braucht für Putins blutige “Spezialoperation”.
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