Die Ukraine meldet abermals Stromausfälle infolge massiver russischer Raketenangriffe. Auch das AKW Saporischschja war zeitweise ohne Strom. In der russischen Stadt Saratow starben laut russischer Seite zwei Menschen.
In der Ukraine sind nach einer erneuten nächtlichen russischen Angriffswelle Tausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Betroffen seien Menschen in sieben ukrainischen Regionen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj am Vormittag in Online-Netzwerken. “Mehr als ein Dutzend ziviler Einrichtungen” sei bei den russischen Angriffen getroffen worden.
Nach russischen Angaben kamen bei den Angriffen Hyperschall-Raketen zum Einsatz. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem “massiven Angriff” mit Raketen vom Typ Kinschal auf Einrichtungen der Industrie und der Energieinfrastruktur. Dieser sei eine Reaktion auf ukrainische “Terrorangriffe auf zivile Ziele in Russland”.
AKW Saporischschja laut IAEA vorübergehend ohne Strom
Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wegen militärischer Aktivität erneut vorübergehend die externe Stromversorgung verloren. Dies sei in der Nacht zum zwölften Mal während des seit fast vier Jahren andauernden Krieges geschehen, teilt die IAEA unter Berufung auf ihren Generaldirektor Rafael Mariano Grossi mit.
Beide Stromleitungen seien inzwischen wieder angeschlossen. Das auf russisch kontrolliertem Gebiet in der Nähe der Frontlinie gelegene Atomkraftwerk ist nicht in Betrieb, benötigt aber eine ständige Stromversorgung zur Kühlung seiner Reaktoren. Für den Fall einer Trennung vom Netz verfügt es über Notstromgeneratoren.
Zwei Tote in Saratow
Unterdessen griff die Ukraine erneut eine weit von der Grenze entfernte russische Großstadt an. Im Zentrum des Hunderte Kilometer von der Ukraine entfernten Saratow sei ein Wohngebäude von einer ukrainischen Drohne getroffen worden, zwei Menschen seien dabei gestorben, erklärte Regionalgouverneur Roman Busargin im Onlinedienst Telegram.
Mehrere Wohnungen seien bei dem Angriff beschädigt worden. Saratow liegt an der Wolga gegenüber der Großstadt Engels, in der sich ein bedeutender Armeestützpunkt befindet.
Selenskyj in Berlin erwartet
Am Montag nimmt Selenskyj an Gesprächen in Berlin über eine Beendigung des Kriegs teil. Mit Blick auf die Verhandlungen unter Vermittlung der USA erklärte der ukrainische Präsident: “Es ist wichtig, dass jetzt alle sehen, was Russland tut (…), denn es geht hier eindeutig nicht darum, den Krieg zu beenden.” Moskau wolle “weiterhin unseren Staat zerstören und unserem Volk maximales Leid zufügen”.

