marktbericht
Aufatmen an der Frankfurter Börse: Nach einem ruppigen Donnerstag sieht es heute nach einem gewinnbringenden Auftakt aus. Der DAX dürfte mit Gewinnen starten, weil es positive Unternehmensnews gibt.
Positive Nachrichten verschiedener Unternehmen, eine Einigung in den USA zwischen Demokraten und Republikanern im Haushaltsstreit, Gesprächsbereitschaft der USA im Iran statt militärischer Eskalation und ein möglicherweise gemäßigter Nachfolger auf dem Chefsessel der gewichtigen US-Notenbank – es gibt einige Positiv-Faktoren für die Frankfurter Börse.
Der DAX sollte daher positiv in den Handel starten – nach einem kräftigen Kursrutsch am Vortag. Experten warnen aber auch: “Geopolitische Themen bleiben mit den Sorgen vor einem möglichen Militärschlag der USA gegen den Iran präsent und die Risikoaversion kann jederzeit weiter zunehmen”, kommentieren Ralf Umlauf und Ulrich Wortberg von der Helaba. Außerdem sollte das Hauptaugenmerk auf den Konjunkturdaten – etwa den Inflationszahlen für Januar und US-Daten zum Verbrauchervertrauen – liegen.
Die Vorgaben aus den USA waren durchwachsen: Der Dow Jones gewann als einziger großer Index an Wert. Er ging mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 49.071 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 6.969 Zähler. Der Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 23.685 Punkte, weil vor allem bei Technologie-Aktien Gewinne mitgenommen wurden. Diese Tendenz setzte sich im asiatischen Handel fort, nachdem vor allem Microsoft mit seiner Bilanz enttäuscht hatte.
Zu den positiven Nachrichten aus den USA gehörte dagegen die Quartalsbilanz vom iPhone-Hersteller Apple. Apple hatte mit der Generation des iPhone 17 rekordhohe 85 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet – ein Plus von 23 Prozent. Vor allem in China war die Nachfrage hoch. Allerdings gibt es Engpässe bei Chips, denn nicht nur bei Apple steigt die Nachfrage danach, sondern auch bei der Konkurrenz. Nichtsdestotrotz – die Zahlen wurden nachbörslich mit steigenden Kursen quittiert.
Von den Unternehmen in Deutschland macht der Sportartikel-Hersteller Adidas von sich reden: Der Konzern übertraf mit seiner Jahresbilanz 2025 die Erwartungen bei Umsatz und Betriebsgewinn. Das Unternehmen steckte sowohl die Einfuhr-Zölle der US-Regierung weg – Adidas fertigt in Asien und liefert naturgemäß auch in die USA – wie auch den schwachen Dollar-Kurs, der nach Angaben des Unternehmens eine Milliarde Euro Umsatz gekostet hat.
An der Börse wird das Zahlenwerk honoriert. Nach überdurchschnittlichen Kursgewinnen am Donnerstag steigt die Aktie heute weiter.
Nachdem der Software-Hersteller SAP mit seiner Bilanz im Cloud-Geschäft enttäuscht hatte und die Aktie eingebrochen war, hagelt es heute negative Analysten-Kommentare: JP Morgan, die Bank of America und die UBS senkten ihre Kursziele. Das SAP-Papier ist jetzt nicht mehr das größte Schwergewicht im DAX, sondern Siemens.
Dennoch erholt sich die Aktie im frühen Handel. Sie war um 16 Prozent eingebrochen.
Die Preise für Gold und Silber fallen weiter. Ein Grund: die Erholung des Dollarkurses. Ein anderer: Offensichtlich kommt etwas Ruhe in die Nachfolge-Suche für den Chefposten der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Angeblich will US-Präsident Donald Trump einen gemäßigten Kandidaten vorstellen. Damit wären Sorgen, ob die US-Notenbank unabhängig bleibt, gedämpft.
In Frankfurt wird heute laut die berühmte Glocke läuten: Es gibt einen Börsengang. Mit Asta Energy wagt sich das erste Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Die Österreicher sind vor allem auf Kupferprodukte spezialisiert – und profitieren damit zum Beispiel vom Boom bei Rechenzentren. Mit Branchenschwergewicht Siemens Energy hat Asta Energy einen großen Partner.

