Discounter KiK schließt Hunderte Filialen – auch in Deutschland

Discounter KiK schließt Hunderte Filialen – auch in Deutschland

Stand: 24.03.2026 • 10:05 Uhr

Der Discounter KiK will in diesem Jahr Hunderte Filialen in ganz Europa schließen, auch in Deutschland. Die Kette hatte lange massiv expandiert – davon werde nun etwas Abstand genommen. Kündigungen soll es aber keine geben.

Der Textil- und Haushaltswaren-Discounter KiK schließt in diesem Jahr Hunderte Filialen in ganz Europa. Das teilte der Geschäftsführer des Unternehmens, Christian Kümmel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Zahl der Geschäfte sinkt demnach europaweit bis Ende 2026 um etwa 225 auf gut 4.000. Auch in Deutschland kommt es zu Schließungen: 135 Geschäfte sollen geschlossen werden. Einige Standorte wurden bereits geschlossen, andere folgen in den kommenden Monaten.

In Deutschland zählt KiK zu den Einzelhändlern mit den meisten Verkaufsstellen, nach den Schließungen soll es noch rund 2.200 Filialen hierzulande geben. Die Kette ist in 14 europäischen Ländern vertreten. Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro.

“Wir trimmen unser Portfolio auf Profitabilität”, sagte Geschäftsführer und Finanzvorstand Christian Kümmel: “Die Formel: ‘Wir machen fünf neue Filialen auf und haben fünfmal so viele Kunden’ ist nicht 100-prozentig aufgegangen.” Das liege vor allem daran, dass in einigen Fällen Filialen weniger als einen Kilometer auseinander lägen. “Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurück”, so Kümmel.

Weitere Schließungen möglich

Alle verbleibenden Standorte seien profitabel, betonte der Geschäftsführer. Eine Liste der Geschäfte, die schließen sollen, legte KiK bislang nicht vor – wohl auch, weil zahlreiche Beschäftigte bislang nicht informiert worden seien, wie Kümmel erklärte. “Wir werden die Mitarbeitenden der betroffenen Filialen in anderen Filialen weiter beschäftigen oder anderweitig eine Lösung finden”, sagte Kümmel. Kündigungen seien nicht geplant. KiK beschäftigt etwa 32.000 Menschen, 19.000 davon in Deutschland.

Christian Kümmel kann sich vorstellen, dass das Filialnetz in den kommenden Jahren weiter bereinigt wird. Das Unternehmen hatte im September 2025 angekündigt, unrentable Filialen zu schließen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Bereits Ende des vergangenen Jahres waren einige Geschäfte dichtgemacht worden. Laut Kümmel wurden in der Vergangenheit schon etwa 100 Filialen pro Jahr geschlossen, die Zahl der Neueröffnungen sei jedoch stets höher gewesen.

Stationärer Einzelhandel dünnt aus

Das Geschäftsmodell von KiK funktioniert nach eigenen Angaben weiterhin gut. An seinem Konzept möchte KiK grundsätzlich festhalten und vornehmlich Textildiscounter sein: Rund 60 Prozent des Sortiments entfallen auf Textilien, der Rest auf Non-Food-Produkte wie Haushaltswaren und Deko. Dennoch spürt auch der Discounter die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. “Zwar erhält der Discount insgesamt Zulauf. Wir sehen aber, dass der ein oder andere Einkauf weggelassen wird.”

Kümmel zufolge hat sich das Konsumverhalten verändert: “Es gibt eine hohe Wechselbereitschaft und Preissensibilität bei Kunden.” Der Geschäftsführer sieht einen zunehmenden Wettbewerbsdruck – durch stationäre Händler wie Woolworth, NKD und Action sowie asiatische Onlineportale wie Shein und Temu.

Das trifft auch den gesamten stationären Einzelhandel: Die Zahl der Geschäfte dürfte in diesem Jahr laut einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland auf unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000. Die Zahl der Insolvenzen in der Branche liegt nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. 2025 wurden 2.571 Fälle verzeichnet.

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