Die Züge zwischen Hamburg und Berlin fahren wieder auf der direkten Strecke: Nach mehr als zehn Monaten Sanierung ist die Verbindung wieder freigegeben. Politiker kritisierten aus diesem Anlass allerdings das Bahn-Management.
Nach mehr als zehn Monaten Sanierungszeit ist die Bahnstrecke Hamburg-Berlin wieder freigegeben. Regional- und Fernverkehrszüge dürfen wieder fahren. Sie sollen ihr Ziel in weniger als zwei Stunden erreichen. Im Fernverkehr gilt Hamburg-Berlin als eine der wichtigsten Verbindungen zwischen zwei Städten.
Einen ersten Abschnitt gab die Bahn schon Mitte Mai frei. Seitdem fahren die Züge wieder durchgehend zwischen Hamburg und Schwerin.
Die Generalsanierung begann im August 2025. Die Bahn tauschte unter anderem Gleise, Weichen und Signale aus und modernisierte 28 Bahnhöfe. Der Abschluss der Sanierung verzögerte sich jedoch um rund eineinhalb Monate. Die Bahn begründete die Verspätung mit Frost zu Jahresbeginn.
“Schwachstellen des Mammutprojekts nicht verschweigen”
Verkehrspolitiker von SPD und CDU forderten unterdessen, dass die Deutsche Bahn Probleme bei der Streckensanierung in Zukunft offener benennen muss. “Bei aller Erleichterung über das Ende der Umleitungen dürfen wir die gravierenden Schwachstellen dieses Mammutprojekts nicht verschweigen”, sagte SPD-Expertin Anja Troff-Schaffarzyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bauzeitenpläne und Puffer für kritische Infrastrukturen müssten künftig robuster und krisenfester kalkuliert werden, so Troff-Schaffarzyk weiter. “Die Bilanz weist Schattenseiten auf, die wir ungeschönt benennen müssen.”
Der verkehrspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Björn Simon (CDU), forderte, das Management der Deutschen Bahn müsse aus den Verzögerungen lernen: “Für die kommenden Korridorsanierungen brauchen wir verlässliche Zeitpläne und eine transparente Kommunikation, die Versprechungen gegenüber den Bürgern einhält.“
