Marktbericht: Anleger Zwischen Hoffen und Bangen

Marktbericht: Anleger Zwischen Hoffen und Bangen


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Stand: 23.04.2026 • 08:09 Uhr

Noch gibt es keine echten Fortschritte im Iran-Krieg. Die Anleger sind deshalb nach wie vor verunsichert und hoffen auf eine Lösung. Sie müssen zudem eine Reihe neuer Geschäftszahlen von Unternehmen auswerten.

Es ist immer noch unklar, wie es im Nahen Osten weitergeht. Niemand weiß, ob und wann es zu erneuten Gesprächen zwischen den USA und Iran kommen wird. Deshalb agieren die Anleger vorsichtig. Bereits gestern hatte der DAX verloren, heute könnte er weiter zurückfallen. Zum Handelsstart wird ein deutliches Minus erwartet.

Bei den US-Anlegern sorgte das Prinzip Hoffnung trotzdem für steigende Kurse. Positiv wurde gewertet, dass US-Präsident Donald Trump die Feuerpause verlängert hat. Investoren mussten auch eine Reihe neuer Geschäftszahlen von Unternehmen auswerten: Der Dow Jones legte am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 49.490 Punkte zu. Beim Nasdaq 100 gab es Rekordstände. Der stark auf die Tech-Branche konzentrierte Leitindex stieg am Ende um 1,7 Prozent auf 26.937 Punkte.

“Die politische Lage ist also nicht bereinigt, sie wird aber an den Börsen derzeit eher als beherrschbar denn als eskalierend angesehen”, schrieben die Experten des Bernecker-Aktionärsbriefs. Nach ihrer Einschätzung bleiben die USA bei der Aktienrally weiterhin tonangebend, weil sich dort KI-Fantasie und Gewinnpotenziale im Technologiesektor mit hohen Indexgewichtungen großer Wachstumswerte paarten.

Aber klar ist: Die Straße von Hormus ist nicht offen, und damit bleibt die Versorgungslage schwierig. Es gibt Befürchtungen, dass es in einigen Bereichen zu Lieferengpässen kommen könnte. Und Öl ist nach wie vor sehr teuer: Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent liegt wieder über der Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

In Japan hat sich deshalb auch die Stimmung bei den Anlegern im Handelsverlauf gedreht. Der Leitindex Nikkei erreichte zwar zunächst ein Allzeithoch und hat erstmals die Marke von 60.000 Punkten durchbrochen. Dann drehte er ins Minus. Auch die Indizes an den Börsen in China geben zeitweise nach.

Der Automarkt in der Europäischen Union (EU) ist im März deutlich gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Neuzulassungen von Pkw um 12,5 Prozent auf 1,158 Millionen Autos, wie der Herstellerverband ACEA mitteilte. Marktführer in der EU blieb Volkswagen. Deutlich im Plus lagen der chinesische Elektroautobauer BYD und Tesla, letzterer nach einem scharfen Rückgang im Vorjahr.

Elektroautos werden in der Europäischen Union derzeit wieder beliebter. Das hat viel mit neuen und überarbeiteten Steuervergünstigungen und Förderprogrammen zu tun. Nach einer ACEA-Übersicht bieten alle EU-Staaten Anreize zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Steuerliche Vorteile für Dienstwagen gibt es in 18 Mitgliedstaaten, eine Kaufförderung in 21 Ländern. In der Regel wird die Anschaffung reiner E-Autos und von Plug-in-Hybrid-Modellen gefördert, fünf Länder tun auch etwas für Neuwagen mit nicht extern aufladbarem Hybridantrieb. Die Ladeinfrastruktur unterstützen 14 der 27 EU-Mitglieder.

In diesen Tagen legen eine Vielzahl von Unternehmen Bilanzzahlen vor. Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestle hat zum Jahresauftakt wegen des starken Frankens einen Umsatzrückgang verbucht. Die Erlöse sanken in den ersten drei Monaten um 5,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Franken, wie der weltgrößte Lebensmittelkonzern mitteilte. Auch der Schweizer Pharmakonzern Roche meldet im ersten Quartal einen Umsatzrückgang.

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP öffnet am Abend nach US-Börsenschluss die Geschäftsbücher. SAP-Chef Christian Klein steckt in der Klemme: Einerseits will er mit Künstlicher Intelligenz (KI) bei den Kunden punkten und die Erlöse steigern, andererseits könnten die zunehmenden Möglichkeiten von KI-Programmen dazu führen, dass für die Steuerung von Unternehmensprozessen weniger SAP-Software benötigt wird als bisher.

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