Der Girls’ Day soll Geschlechterklischees abbauen und junge Frauen neugierig auf MINT-Berufe machen. Zum Auftakt empfing Kanzler Merz eine Gruppe Berliner Schülerinnen – und hatte einige Tipps parat.
Als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Mädchen im Kanzleramt empfängt, geht es erst mal um die Mondmission Artemis 2. Neben drei Astronauten war auch eine Astronautin mit dabei, die Elektroingenieurin Christina Cook.
Als Elektroingenieurin arbeiten, das können sich die Schülerinnen hier nicht vorstellen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Darum geht’s schließlich beim Girls’ Day. Und auch der Kanzler macht bei der Auftaktveranstaltung Werbung für die MINT-Berufe.
Diese Bereiche werden immer wichtiger, auch für unser Land. Sie werden immer wichtiger für die Unternehmen in Deutschland. Wenn diese Generation junger Frauen und junger Mädchen sich nicht auf den Weg macht, auch mehr Berufe aus den technischen Bereichen zu erlernen, dann fehlt uns etwas in Deutschland. Wir können auf euch nicht verzichten.
Ein Parcours aus Technik-Berufen
Verschiedene technische Berufe haben die Schülerinnen in einem Parcours kennengelernt. Es geht beispielsweise um Cybersicherheit oder um die verschiedenen Anwendungsfelder von Künstlicher Intelligenz. Und die Mädchen haben auch Fragen an Kanzler Merz. Eine der Besucherinnen will wissen, welche MINT-Berufe in den nächsten zehn bis 20 Jahren besonders wichtig sein werden.
Vor allem die Ingenieurberufe würden wichtig bleiben und wahrscheinlich noch wichtiger werden, antwortet der Kanzler. Gleichzeitig ermutigt er die Schülerinnen, sich technische Ausbildungen anzuschauen. Denn laut Merz wird zu viel über akademische Berufe geredet.
Friedrich Merz im Gespräch mit Schülerinnen aus Berliner Schulen zum Auftakt des Girls’ Day im Bundeskanzleramt.
Merz wirbt für Ausbildungsberufe
“Ich werbe sehr dafür, dass auch ihr überlegt, in die berufliche Bildung zu gehen”, sagt der CDU-Chef, “nicht immer nur in die Universität, nicht immer nur in die Fachhochschule, sondern auch die berufliche Bildung zu nehmen. Und schaut euch die technischen Berufe an. “
Der Girls’ Day will Rollenklischees abbauen und Mädchen zeigen, dass ihnen alle Türen offenstehen, auch die zu vermeintlichen Männerberufen. In der Praxis ist das nicht immer so einfach, meint auch Kanzler Merz.
Verbreitete Vorurteile
In der Gesellschaft sind Vorurteile nach seinen Worten immer noch weit verbreitet – und auch bei Eltern ihren Kindern gegenüber, die dann nicht nach Begabung gingen, sondern nach Geschlecht.
Für Schülerin Lily und ihre Freundinnen spielt die Frage, ob ein Job traditionell eher von Männern oder Frauen ausgeübt wird, aber keine Rolle bei der Berufswahl. Lily will nach ihren Interessen entscheiden. Gleichzeitig räumt sie ein, dass es “schon irgendwie angenehmer” wäre zu wissen, dass Frauen in dem Berufsfeld akzeptiert werden.
Das gemeinsame Selfie mit dem Bundeskanzler durfte beim Besuch der Schülerinnen natürlich nicht fehlen.
Spannende Einblicke für Schülerinnen
Und wie fanden die Mädchen den Tag im Kanzleramt? “Aufregend, Aufwühlend”, sagt eine der jungen Besucherinnen. “Ich fand es sehr, sehr gut, dass auch Frauen die Chance haben, etwas anderes zu machen – in einen Männerberuf reinzukommen.”
Eine andere Schülerin stimmt zu: “Ich fand es auch spannend, in so viele verschiedene Berufsfelder, die aber irgendwie doch dann verknüpft sind, einzutauchen.” Der Tag im Kanzleramt hat offensichtlich Eindruck gemacht. “Ich selber könnte mir jetzt auch vorstellen, in so einem mathematisch naturwissenschaftlichen Bereich zu arbeiten”, ergänzt sie.
Und vielleicht wird ja aus einer der Schülerinnen in ein paar Jahren auch eine Astronautin.

