Zahlreiche Bilanzen: DAX vor stabilem Start

Zahlreiche Bilanzen: DAX vor stabilem Start


marktbericht

Stand: 29.04.2026 • 07:38 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt dürfte leicht höher in einen ereignisreichen Tag starten. In Deutschland und den USA werden wichtige Quartalsbilanzen veröffentlicht, zudem steht der Zinsentscheid der Fed an.

Während die Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges stocken, könnten heute vor allem zahlreiche Unternehmensdaten die Tendenz im DAX bestimmen.

Der deutsche Leitindex dürfte nach ersten Indikationen etwa 0,2 Prozent höher in den Tag starten und damit die runde Marke von 24.000 Punkten vorerst behaupten. Gestern hatte der DAX 0,3 Prozent auf 24.018 Punkte eingebüßt.

Die Ölpreise verharren derweil auf hohem Niveau. Nordseeöl der Sorte Brent kostete am frühen Morgen weiterhin über 111 Dollar.

Der Terminkalender für diesen Tag ist prall gefüllt, wenn auch die wichtigsten US-Termine nach Börsenschluss anstehen. Allein aus dem DAX legen die Deutsche Bank, Mercedes-Benz, Scout24 und Symrise Quartalszahlen vor.

Heute um 14.00 Uhr veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Berechnung zu den Inflationsdaten im April. Volkswirte halten es für möglich, dass die Teuerungsrate erstmals seit Ende 2023 wieder die Marke von drei Prozent überschritten hat.

Um 20.00 Uhr MESZ verkündet die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre Zinsentscheidung. Während der Leitzins unverändert in der derzeitigen Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte, warten die Märkte mit Spannung auf die Äußerungen des scheidenden Fed-Chefs Jerome Powell auf der nachfolgenden Pressekonferenz.

Powell, dessen Amtszeit regulär am 15. Mai endet, war in der Vergangenheit wiederholt massivem Druck durch US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, die Zinsen zu senken. Zuletzt stiegen infolge des Iran-Krieges aber auch in den USA die Inflationsrisiken, was gegen eine baldige Lockerung spricht. Nachfolger Powells soll Trumps Wunschkandidat Kevin Warsh werden.

Diese Woche ist wohl die wichtigste der laufenden Berichtssaison in den USA und wird als Realitäts-Check der jüngsten Tech-Rally angesehen. Gleich fünf der sieben größten US-Tech-Konzerne legen ihre Zahlen vor: Heute nach US-Börsenschluss öffnen Amazon, Meta, Alphabet, und Microsoft ihre Bücher, Apple ist am Donnerstag an der Reihe. Nur diese fünf Giganten machen rund ein Viertel der Marktkapitalisierung des marktbreiten Aktienindex S&P 500 aus.

Aber auch in Deutschland gibt es einige gewichtige Bilanzen. Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im ersten Quartal auf einen Rekordwert gesteigert. Der Nachsteuergewinn stieg um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, teilte Deutschlands größtes Geldinstitut am Morgen mit. Die Erträge wuchsen um zwei Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Das sei eine gute Ausgangsbasis für das angestrebte Ertragsniveau von 33 Milliarden Euro im Gesamtjahr, erklärte die Deutsche Bank. Man sei auf Kurs, 2026 ein starkes operatives Ergebnis zu erreichen.

Mercedes-Benz musste im ersten Quartal einen Gewinneinbruch von 17,2 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro hinnehmen. Damit fällt der Rückgang weniger deutlich aus als zuletzt. Der Umsatz ging um knapp fünf Prozent auf 31,6 Milliarden Euro zurück. Die Ergebnisse bestätigten, dass Mercedes auf Kurs sei, die Jahresprognose zu erreichen, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm. “Die starke Nachfrage nach unseren neuen Produkten und die gut gefüllten Auftragsbücher bilden eine solide Grundlage für mehr Dynamik im zweiten Halbjahr”, sagte Wilhelm.

Die Aktie der deutschen Telekom könnte von guten Zahlen ihrer Tochter T-Mobile US profitieren. Diese hat im ersten Quartal mehr neue Kunden hinzugewonnen als erwartet. Zu Jahresbeginn ist die Zahl der Kundenkonten im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 217.000 gestiegen. Für das laufende Jahr hob der Konzern seine Geschäftsprognosen an. Im nachbörslichen US-Handel legte die T-Mobile-US-Aktie in einer ersten Reaktion um ein Prozent zu. Zuletzt waren Überlegungen der Telekom bekannt geworden, ihre US-Tochter stärker in den Konzern zu integrieren.

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