Seit Mitternacht gilt eine vom ukrainischen Präsidenten einseitig ausgerufene Feuerpause. Russland will erst am Freitag die Waffen ruhen lassen. Zuvor meldeten beide Seiten noch Luftangriffe. In der Ukraine gab es viele Tote.
Im Krieg gegen die Ukraine hat eine von Präsident Wolodymyr Selenskyj einseitig ausgerufenen Waffenruhe begonnen. Der ukrainische Staatschef hatte den Beginn auf 0.00 Uhr Ortszeit (Dienstag, 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt. Dabei war nicht sofort klar, ob Luftangriffe und Kämpfe am Boden tatsächlich eingestellt werden konnten.
Die Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläuterte der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: “Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort.” Selenskyj hatte zuvor gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite sich nicht daran halten sollte.
Kurz vor Beginn der Waffenruhe hatten russische Nachrichtenagenturen einen Drohnenangriff auf die Halbinsel Krim gemeldet – unter Berufung auf den von Russland eingesetzten Verwaltungschef Sergej Aksjonow. Dabei sind nach russischer Darstellung in der Stadt Dschankoj fünf Zivilisten getötet worden. Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Moskau will Waffenruhe nur für Freitag und Samstag
Von russischer Seite hatte Kremlchef Wladimir Putin einseitig eine Waffenruhe nur für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird.
Noch im Lauf des Dienstags hatte Russland nach ukrainischen Angaben das Land massiv angegriffen: Dabei seien mehr als 20 Menschen getötet worden. Die Ukraine griff eigenen Angaben zufolge ebenfalls an und traf demnach eine Rüstungsfabrik und eine große Raffinerie in Russland.

