Marktbericht: Unternehmensbilanzen im Fokus | tagesschau.de

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marktbericht

Stand: 06.05.2026 • 08:24 Uhr

US-Präsident Trump setzt im Iran-Konflikt nun mal wieder auf Diplomatie. An der Börse bestimmen Nachrichten von Unternehmen das Geschehen. Anleger hoffen auf gute Quartalsbilanzen.

Auch wenn US-Präsident Donald Trump den US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus “für kurze Zeit” aussetzen will – eine Lösung des Iran-Konflikts lässt weiter auf sich warten. Zwischen den USA und dem Iran herrscht derzeit eine fragile Waffenruhe. Der DAX dürfte dennoch im Plus starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor Start 0,6 Prozent höher auf 24.542 Punkte.

An den US-Börsen gab es am Dienstag deutliche Kursgewinne. Der Dow Jones schloss 0,73 Prozent höher bei 49.298 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erreichte im Handelsverlauf einen Höchststand. Für den technologielastigen Nasdaq 100, der ebenfalls ein Rekordhoch erklomm, ging es am Ende um 1,31 Prozent auf 28.015 Punkte nach oben.

Der Aktienmarkt feiere das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weiter als Wachstumsstory, kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Der Anleihemarkt habe inzwischen eher die immens hohen Schulden im Blick, die für Investitionen gemacht würden – ein durchaus interessanter Unterschied. Die geopolitischen Risiken würden derweil rasend schnell ausgepreist, schrieb er gerade mit Blick auf Asien. Der südkoreanische Leitindex Kospi stieg angesichts jüngster Anzeichen einer Deeskalation im Iran-Krieg auf ein Rekordhoch. In Japan ist Feiertag. An der Tokioter Börse wird nicht gehandelt.

Der Chiphersteller Infineon wird für das laufende Jahr optimistischer. Der Umsatz soll deutlich steigen. “Im zweiten Halbjahr werden wir stärker als bislang erwartet wachsen, ein breiterer Aufschwung vieler Endmärkte ist in Sicht”, erklärte Konzernchef Jochen Hanebeck. Auch im Geschäft mit der Automobilindustrie sehe Infineon eine positive Entwicklung.

Infineon profitiere vom Boom rund um das Thema Künstliche Intelligenz, so Hanebeck weiter. “Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sind äußerst gefragt”. Daher hebe er die Ziele für das Gesamtjahr an.

Die Lufthansa will ihren Gewinn im laufenden Jahr trotz der Unsicherheiten wegen des Iran-Kriegs deutlich steigern. Ziel sei ein bereinigtes Betriebsergebnis “signifikant” über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit. “Die globale Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch und zeigt sich auch in Krisenzeiten robust”, erläuterte Lufthansa. Vor diesem Hintergrund erwarte der Konzern “erneut einen starken Reisesommer”.

Gleichzeitig führe die Schließung der Straße von Hormus zu einer Verknappung des Kerosinangebots und damit zu einem Anstieg der Kerosinpreise. Dies führe zu Mehrkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro im Gesamtjahr. Dies will Lufthansa durch höhere Ticketerlöse, eine “optimierte Netzwerkplanung sowie weitere Kosteneinsparmaßnahmen” ausgleichen.

Beim Münchner Autobauer BMW gibt es zum Jahresauftakt einen deutlichen Gewinnrückgang. Der Nettogewinn verringerte sich um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro. Der Rückgang ist vor allem auf die von US-Präsident Trump verhängten Zölle zurückzuführen. Auch die Schwäche in China macht sich bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen.

Positiv sieht man bei BMW allerdings sehr starke Bestellungen in Europa. BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. Analyst Michael Punzet von der DZ Bank sieht BMW unter den deutschen Autobauern mit Blick auf die Antriebstransformation sowie die US-Zollpolitik weiterhin am besten aufgestellt.

Der Prothesenhersteller Ottobock hat im Auftaktquartal 2026 Umsatz und Gewinn gesteigert. “Neben unserem innovationsgetriebenen Wachstum, wirkt sich unsere stringente Kostensteuerung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen nachhaltig positiv aus”, sagte Finanzchef Arne Kreitz am Mittwoch laut einer Mitteilung. Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte der Konzern aus dem niedersächsischen Duderstadt.

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