marktbericht
Nach dem Feiertag ist vor dem Wochenende. Und so rechnen Händler mit einem eher ruhigen Geschäft, bei dem der Blick vor allem auf der Chip-Branche ruhen dürfte.
Nach dem starken Feiertagshandel an Christi Himmelfahrt geht es für den DAX am Freitag wohl zunächst wieder abwärts. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex im Vorfeld um 1,2 Prozent tiefer. Am Feiertagshandel zu Christi Himmelfahrt hatte der Deutsche Aktienindex um 1,3 Prozent auf 24.456 Punkte zulegen können.
Im Blick stehen vor allem Chip-Werte und der China-Besuch von US-Präsident Donald Trump. Bei seiner Visite im Reich der Mitte hatte Chinas Staatschef Xi Jinping einen Friedensschluss mit Iran und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Die Ölpreise zogen derweil erneut an.
Dank frischer KI-Begeisterung hat sich am US-Aktienmarkt der Rekordlauf der Technologiewerte fortgesetzt. Für Schub sorgten am Donnerstag ein beeindruckender Quartalsbericht von Cisco sowie ein fulminanter Börsengang des Chipherstellers Cerebras Systems.
Der erste Kurs des Börsenneuling hatte bei 350 US-Dollar und damit um 89 Prozent über dem Ausgabepreis von 185 Dollar gelegen. Die Aktie war zudem mehr als 25-fach überzeichnet. Zum Handelsschluss notierten die Anteilscheine bei gut 311 Dollar. Cerebras Systems stellt Chips für KI-Anwendungen her und betreibt Rechenzentren.
Für Aufsehen sorgte vor allem Cisco Systems mit einem Kurssprung von 13,5 Prozent. Der Netzwerkausrüster hat seine Jahresprognose für Aufträge im Bereich KI-Infrastruktur angehoben und will rund 4000 Stellen streichen. Gefragt waren auch die Titel von Nvidia, die um gut vier Prozent zulegten.
Wachsende Inflationssorgen und die Aussicht auf eine mögliche US-Zinserhöhung setzen die asiatischen Aktienmärkte unter Druck. Der japanische Nikkei-Index fiel um 1,3 Prozent, nachdem Daten zeigten, dass die Großhandelsinflation im April mit 4,9 Prozent so stark gestiegen war wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies schürte Erwartungen, dass die japanische Zentralbank die Zinsen anheben könnte.
An den chinesischen Aktienmärkte blickten die Anleger mit Spannung auf den zweiten Tag des Gipfeltreffens zwischen Trump und Xi. Das Treffen brachte bislang nur wenige Überraschungen. Die Börse Shanghai verlor 0,4 Prozent.
Derweil hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp in einem Interview präzisiert, wo sie im Übernahmeringen mit der Unicredit etwa 3.000 Stellen abbauen will. Auf Künstliche Intelligenz (KI) entfalle dabei ein “sehr großer Teil”, sagte die Managerin der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. “KI ist sehr kraftvoll in verschiedenen Bereichen.” Die Auswirkungen seien größer als man vor gut einem Jahr angenommen habe.
Beim Jobabbau will sie die eigene Belegschaft so weit wie möglich schonen. “Wir gehen zum Beispiel an die Kapazitäten bei externen Call-Centern ran”, sagte Orlopp. “Das Gleiche gilt für das IT-Umfeld, wo wir noch viele Externe einsetzen.”
Mit dem Stellenabbau und ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 stemmt sich die Commerzbank gegen eine Übernahme. So versucht der Dax -Konzern seine Aktionäre zu überzeugen, ihre Anteile nicht an die italienische Großbank zu verkaufen.

