Tausende Häftlinge dürfen Myanmars Gefängnisse verlassen – unter ihnen überraschend auch der frühere Präsident Win Myint. Gibt es auch Hoffnung für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi?
Myanmars neuer Präsident Min Aung Hlaing will im Rahmen einer Amnestie mehr als 4.000 Gefangene aus dem Gefängnis entlassen. Unter ihnen seien 179 Ausländer, die abgeschoben werden sollen, so das Staatsfernsehen.
Zudem würden Todesstrafen in lebenslange Haft und lebenslange Strafen in 40 Jahre Gefängnis umgewandelt sowie weitere Haftstrafen um ein Sechstel verkürzt.
Ex-Präsident kommt frei
Auch der frühere Präsident von Myanmar, Win Myint, soll freigelassen werden. Er war nach dem Militärputsch am 1. Februar 2021 gemeinsam mit der damaligen Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen worden. Ob es für die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi ebenfalls Hoffnung auf eine Freilassung gibt, ist unklar. Der Anwalt der 80-Jährigen sagte, ihre Haftstrafe solle zumindest verkürzt werden. Möglicherweise wird ihre Gefängnisstrafe in Hausarrest umgewandelt.
Land seit Putsch in schwerere Krise
Seit dem Putsch befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Das Militär hatte 2021 die gewählte Regierung entmachtet, was landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt auslöste. Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.
Erst Anfang dieses Monats wählte das von der Armee kontrollierte Parlament General Min Aung Hlaing zum Präsidenten. Begnadigungen werden vom Regime häufiger zum Unabhängigkeitstag im Januar und zum Neujahrsfest jetzt im April ausgesprochen.

