Beginn des Hadsch: Millionen pilgern trotz Krieg nach Mekka

Beginn des Hadsch: Millionen pilgern trotz Krieg nach Mekka

Stand: 25.05.2026 • 10:57 Uhr

Heute beginnt für viele Muslime aus aller Welt der Hadsch. Die Zahl der angereisten Gläubigen übertrifft in diesem Jahr sogar die aus dem Vorjahr. Dabei hatte es wegen des Irankriegs vorab Warnungen gegeben.

Trotz des Kriegs in der Golfregion haben sich Muslime aus aller Welt auch in diesem Jahr nicht von der Pilgerfahrt nach Mekka abhalten lassen. Bis zum Wochenende waren bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen für den Hadsch in die Stadt gereist, wie saudi-arabische Behörden mitteilten. Damit wurde die Zahl der internationalen Besucher im Vergleich zum Vorjahr in der Golfregion sogar übertroffen.

Am frühen Morgen brachen die in weiße Gewänder gehüllten Pilger aus Mekka auf in die rund acht Kilometer entfernte Zeltstadt Mina zum Beginn der religiösen Rituale.

USA rieten von Reisen ab

Der Hadsch findet einmal im Jahr im letzten Monat des islamischen Mondkalenders statt. Er gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, soll mindestens einmal im Leben an der mehrtägigen Pilgerfahrt teilnehmen.

Die US-Botschaft in Riad hatte ihren Bürgern wegen der unsicheren Lage allerdings geraten, nicht an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Seit April gilt eine brüchige Waffenruhe in dem Krieg, in dem Iran auch mit den USA verbündete Golfstaaten wie Saudi-Arabien angegriffen hatte.

“Sicherheit hat höchste Priorität”

Die Pilgerfahrt fällt in eine Phase widersprüchlicher Signale aus Washington über eine mögliche Vereinbarung zur Beendigung des Irankriegs. Zwar gab es am Wochenende Anzeichen, dass eine vorläufige Vereinbarung zwischen den Kriegsparteien erzielt werden könnte. Sollte es jedoch zu neuen Kampfhandlungen kommen, hätte dies Experten zufolge auch Auswirkungen auf den Hadsch.

Saudi-Arabien hatte im Vorfeld versichert, alles für die Sicherheit der Pilger zu tun. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte dabei auch Aufnahmen, wie Einheiten zur Flugabwehr rund um Mekka in Stellung gebracht wurden. Die Streitkräfte seien dafür zuständig, den “Luftraum über den heiligen Stätten zu schützen und auf alle Bedrohungen zu reagieren, um die Sicherheit und die innere Ruhe der Pilger sicherzustellen”, hieß es.

Hohe Belastung durch Hitze

“Die Sicherheit des Pilgers hat bei allen Sicherheits-, Organisations- und Verkehrsplänen höchste Priorität”, sagte Mohammed Al Bassami, ein saudischer General für Sicherheit bei dem Hadsch bei einer Pressekonferenz.

In der Vergangenheit hatte es auch immer wieder Tote bei Massenpaniken oder auch wegen extremer Hitze gegeben. Auch in diesem Jahr sind herausfordernde Temperaturen von bis zu 47 Grad Celsius vorausgesagt. Vor zwei Jahren waren bei hoher Hitze mehr als 1.300 Menschen ums Leben gekommen.

Mit Informationen von Nina Amin, ARD-Studio Kairo

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