Das Autofahren in Belgien soll künftig Geld kosten. Alle drei Regionen des Landes einigten sich auf eine Mautplakette für Pkw – für Belgier als auch für Ausländer. Die Kosten sollen sich je nach Fahrzeug unterscheiden.
Belgien will eine Mautplakette für Autos einführen. Darauf einigten sich alle drei Regionen des Landes. “Jeder, der unsere Straßen nutzt, muss einen fairen Beitrag zu deren Unterhalt leisten”, erklärte der wallonische Minister für Infrastruktur und Mobilität, François Desquesnes.
Die Maut soll für alle Autofahrer gelten – egal ob Belgier oder Ausländer. Die Kosten unterscheiden sich je nach Fahrzeug. Dabei sind Elektroautos mit geplanten 90 Euro im Jahr am günstigsten. Ältere Modelle mit Verbrennungsmotor sollen bis zu 125 Euro kosten. Es soll auch Kurzzeittarife von einem einzelnen Tag bis zu zwei Monaten geben. Von der Regelung ausgenommen sollen unter anderem Motorräder und Reisebusse sein.
Die Einhaltung soll mit Kameras überprüft werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 70 Euro.
Entlastung durch Steuersenkung?
Die Einnahmen sollen die Instandhaltung der Straßen mitfinanzieren. Die endgültige Zustimmung der Regionen und der europäischen Behörden zu dem Entwurf steht noch aus. Einige Details des Vorhabens sind allerdings noch unklar. Etwa, ob und, wenn ja, wie belgische Autofahrer durch eine Reform der Kfz-Steuer entlastet werden. An dieser Frage war auch Deutschlands Vorstoß für eine Pkw-Maut 2019 gescheitert.
Bisher konnten Autofahrer nahezu alle Straßenabschnitte in Belgien mautfrei befahren.