DAX-Anleger in der Warteschleife | tagesschau.de

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Marktbericht

Stand: 17.06.2026 • 08:03 Uhr

Die Anleger blicken auf den am Abend in den USA anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve. Die DAX-Anleger ziehen im Vorfeld Warteschleifen – der DAX wird wenig verändert erwartet.

Mit moderaten Verlusten dürfte es heute in den Börsentag gehen. In ersten frühen Indikationen wird der DAX knapp ein halbes Prozent leichter erwartet. Gestern hatte der deutsche Leitindex leicht um 0,1 Prozent auf 24.910 Punkte zugelegt.

Die internationalen Vorgaben sind uneinheitlich. In den USA hat der Dow-Jones-Index der Standardwerte zugelegt, bei Tech-Aktien gab es Gewinnmitnahmen. In Asien tendieren die Börsen robust, der Tokioter Nikkei-Index legt moderat zu.

Allerdings zeigt sich, dass der wachsweiche Iran-Deal der Trump-Regierung nicht mehr wirklich zieht. Zu viele Details bleiben noch offen. Ab Freitag wollen die Konfliktparteien beraten. Im Blick der Anleger bleibt auch das G7-Treffen im französischen Evian-les-Bains.

Einen wichtigen Effekt aber hat das Rahmenabkommen der Kriegsparteien aber: Die Ölpreise fallen – am Morgen wird ein Fass der Nordseesorte Brent bei etwas über 78 Dollar je Fass gehandelt. Nach Angaben aus Teheran haben die USA ihre seit zwei Monaten andauernde Blockade iranischer Häfen nach Angaben aus Teheran beendet.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntagabend erklärt, sich auf ein Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beilegung der Kämpfe geeinigt zu haben. Die Sperrung der Straße von Hormus für die Schifffahrt werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine.

Die Wall Street hat am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Während der Dow-Jones-Index den zweiten Tag in Folge auf einem Rekordhoch aus dem Handel ging, gaben die technologielastige Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 nach. Anleger hielten sich vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch zurück und nahmen bei Tech-Werten Gewinne mit.

Der Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,6 Prozent auf 51.999 Punkte. Im Verlauf markierte der Leitindex bei 52.190 Zählern seine neue Bestmarke. Die Nasdaq gab 1,2 Prozent auf 26.376 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,6 Prozent auf 7.511 Stellen ein.

Nach der starken Rally vom Montag legten Investoren eine Atempause ein. Sie schichteten ihre Gelder aus hoch bewerteten Technologieaktien in konjunktursensible Branchen wie den Finanz- und Industriesektor um. “Wir hatten gestern eine große Bewegung am Markt”, sagte Mark Luschini, Chef-Anlagestratege bei Janney Montgomery Scott. “Wir verdauen diese Gewinne jetzt, und die Stimmung im Vorfeld der Fed-Sitzung ist immer etwas abwartend.”

Experten gehen davon aus, dass die Notenbank den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wird. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Äußerungen des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh zur Inflation, zur Arbeitslosigkeit und zu den wirtschaftlichen Aussichten.

Bei den Einzelwerten standen SpaceX im Fokus. Die Papiere des Raumfahrt- und KI-Konzerns legten am Ende 4,83 Prozent auf 201,80 Dollar zu, gaben aber einen Teil ihrer frühen Gewinne im Verlauf wieder ab. Der Weltraum- und KI-Konzern von Elon Musk ist nun das fünftwertvollste Unternehmen der Welt. Damit schuf SpaceX schon an seinem dritten Handelstag eine historisch beispiellose Wertsteigerung um rund eine Billion Dollar seit der Erstnotiz.

Zwischenzeitlich waren die Aktien von SpaceX um gut 17 Prozent nach oben geschnellt, woraus sich eine Marktkapitalisierung von fast drei Billionen Dollar ergeben hatte. Damit hatte der Konzern beim Börsenwert sowohl den Handels- und Technologieriesen Amazon als auch den Softwaregiganten Microsoft überholt

Der Autobauer BMW kappt wegen der Krise am chinesischen Automarkt und der Folgen des Nahostkriegs seinen Jahresausblick deutlich. Für die Autosparte rechnet der DAX-Konzern in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von 1 bis 3 Prozent, wie er am Dienstag nach Börsenschluss in München überraschend mitteilte. Bisher hatte das Management 4 bis 6 Prozent veranschlagt.

Die negative Entwicklung im chinesischen Automarkt habe sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt, hieß es zur Erklärung. Dies führe zu einem härteren Wettbewerb in China und in Ländern der Region Asien-Pazifik, dem sich BMW nicht entziehen könne.

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