In Runkel sind bei einem Arbeitsunfall in einer Lederfabrik und Pelzgerberei drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere schweben in Lebensgefahr. Was genau den Opfern zustieß, ist noch unklar.
In einer Lederfabrik und Pelzgerberei in Runkel (Limburg-Weilburg) ist es zu einem schweren Arbeitsunfall gekommen. Wie die Polizei am Donnerstagabend mitteilte, kamen dabei drei Menschen ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Dabei waren nach Angaben der Bürgermeisterin von Runkel, Antje Hachmann, auch drei Rettungshubschrauber im Einsatz.
Was genau passierte, ist noch unklar. Laut Polizei wurden die fünf Menschen am Nachmittag reglos in einer Grube der Gerberei gefunden. Im Moment gingen die Behörden davon aus, dass es in der Grube zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter geführt habe, sagte Innenminister Roman Poseck (CDU) vor Ort.
Keine Gefahr für die Bevölkerung
Die Feuerwehr vermutete, dass auch Chemikalien eine Rolle gespielt haben könnten. In der Grube seien Gase gemessen worden, die für das Unglück ursächlich sein könnten, sagte Kreisbrandmeister Rene Schultheiß dem hr. Einen Gefahrstoffaustritt gebe es aber nicht. Für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden.
Die beiden Menschen, die verletzt worden seien, schwebten jedoch in Lebensgefahr. Derzeit seien rund 150 Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Gefahrenabwehr im Einsatz.
“In dieser Klärgrube sind die Endprodukte der Gerberei, und die können natürlich auch Dämpfe entwickeln”, sagte Schultheiß. “Wir können nicht sagen, welche Stoffe es genau sind, weil das Endprodukte der Gerberei sind.”
Der Arbeitsunfall löste einen Großeinsatz aus.
Einsatzkräfte werden dekontaminiert
In dem Betrieb werde mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet, so das Innenministerium. Daher würden die Einsatzkräfte, die direkt mit den Verletzten in Kontakt standen, dekontaminiert und vorsorglich untersucht. Betroffen seien 45 bis 50 Einsatzkräfte.
Poseck sprach von einem außergewöhnlichen Einsatz. “Die Einsatzkräfte sind auf eine schwer einzuschätzende Lage getroffen.” Für die Dekontamination seien sehr schnell Schleusen aufgebaut worden.
Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sagte am Abend, er sei zutiefst erschüttert. “Ich bin in Gedanken bei den Angehörigen und wünsche den Verletzten viel Kraft und baldige Besserung.” Rhein und Poseck dankten allen Kräften, die vor Ort “mit großem Einsatz geholfen haben”.

