Stand: 27.06.2026 • 17:58 Uhr

Am zweiten Tag in Folge ist in Deutschland laut vorläufigen Daten des DWD ein neuer Temperaturhöchstwert gemessen worden. An der Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt war es demnach 41,5 Grad heiß.

Laut vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in Deutschland ein neuer Temperaturhöchstwert gemessen worden. An der Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt war es am Nachmittag 41,5 Grad heiß, wie ein DWD-Sprecher auf Anfrage von tagesschau.de mitteilte.

Es ist bereits der zweite Tag in Folge mit einer neuen Höchsttemperatur: Gestern war der Hitzerekord aus dem Jahr 2019 eingestellt worden, als an einer Messstation in Saarbrücken-Burbach 41,3 Grad verzeichnet wurden.

Nicht ausgeschlossen ist, dass im Laufe des Tages noch höhere Temperaturen gemeldet werden. Die Daten sind allerdings vorläufig: Insbesondere bei neuen Temperaturrekorden würden die Messstationen noch einmal vor Ort kontrolliert, hieß es vom DWD. Die finale Bestätigung, dass ein neuer Temperaturrekord vorliegt, dürfte daher erst nach dem Wochenende folgen.

Waldbrand in Bayern

Vielerorts in Deutschland wurden heute Temperaturen um die 40 Grad verzeichnet. Im unterfränkischen Kitzingen wurden, wie bereits am Freitag, erneut 40,8 Grad registriert – die höchste Temperatur, die jemals in Bayern gemessen wurde.

Neben der starken Wärmebelastung besteht in Bayern auch weiterhin eine hohe, an manchen Orten sogar sehr hohe Waldbrandgefahr wegen der anhaltenden Trockenheit. Bei Pfreimd im Landkreis Schwandorf ist ein Waldbrand ausgebrochen. Auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern stand Wald in Flammen, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizeihubschrauber bekämpfte das Feuer aus der Luft. Ortschaften sind den Angaben zufolge nicht in der Nähe des abgelegenen Brandgebiets. Rund 200 Kräfte waren im Einsatz.

Rettungskräfte unter hoher Belastung

Deutschlandweit sind Rettungs- und Einsatzkräfte im Dauereinsatz. In Köln teilte die Feuerwehr mit, man sei an der Kapazitätsgrenze angelangt. Neben zahlreichen zusätzlichen Rettungs- und Notarzteinsatzfahrzeugen unterstützten derzeit auch Löschfahrzeuge der Feuerwehr den laufenden Rettungsdienstbetrieb. “Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst.”

Man habe bei Großereignissen die Kräfte wetterbedingt deutlich aufgestockt, um vorbereitet zu sein, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München. “Zudem behalten wir auch die Situation auf den Autobahnen im Blick: Gerade bei Staus können Hitze, fehlender Schatten und lange Wartezeiten schnell zu medizinischen Notfällen führen, da man im Stau der Hitze schutzlos ausgeliefert ist.”

Zwei Altenheime in Krefeld und Dormagen sorgten wegen jeweils eines größeren Rettungseinsatzes für Schlagzeilen. Mehrere Senioren mussten dort medizinisch versorgt werden. In dem Altenheim in Dormagen lagen die Temperaturen in einzelnen Räumen laut Medienberichten bei bis zu 50 Grad. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz rief die Politik dazu auf, mehr Geld für den Hitzeschutz in Alten- und Pflegeheimen zur Verfügung zu stellen.

Warme Flüsse – Reisende zieht es an die Ostsee

Auch die Flüsse sind in vielen Bundesländern zurzeit ungewöhnlich warm. Der Main erreichte am Samstag eine Temperatur von 29,8 Grad, auch die Donau erwärmte sich auf 29 Grad. Wenn das Flusswasser zu heiß ist, kann dies negative Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen haben.

Während die Flüsse oft kaum Erfrischung bieten, zieht es die Menschen an die Ostsee. Der Strand sei “brechend voll”, sagte Lukas Reuter von der DLRG-Ortsgruppe Haffkrug-Scharbeutz. “Zumindest in den Kernorten Timmendorfer Strand und Scharbeutz ist es wirklich voll.” Ähnlich klang es in Warnemünde oder auf Rügen.

Verkehr durch Hitzeschäden ausgebremst

Geplatzte Fahrbahndecken bremsen auf den Autobahnen teilweise den Verkehr aus. Nach einer Liste des ADAC sind zurzeit mehrere Autobahnen von Hitzeschäden betroffen. In vielen Bundesländern kommt es zu Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. “Zur Früherkennung erfolgen in Hitzephasen verstärkte Streckenkontrollen”, sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH.

In Hessen, Thüringen und Sachsen ist mancherorts der Winterdienst im Einsatz: Statt Salz verteilen die Fahrzeuge Wasser, um die Straßen zu kühlen und ein Aufreißen zu verhindern.

Die Deutsche Bahn riet wegen der Hitze von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Auch der Schienenverkehr würde unter den Extrem-Temperaturen leiden, hieß es in einer Mitteilung.

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