Eintägiger Streik bei der Lufthansa hat begonnen

Eintägiger Streik bei der Lufthansa hat begonnen

Stand: 12.02.2026 13:51 Uhr

Im Kampf um höhere Altersversorgung und bessere Tarifverträge legen Piloten und das Kabinenpersonal von Lufthansa heute die Arbeit nieder. In Deutschland soll so gut wie keine Maschine abheben. Kunden können digital umbuchen.

Wie angekündigt hat in der Nacht der Streik bei der Lufthansa begonnen. Betroffen sind fast alle Verbindungen von deutschen Flughäfen. Nur sehr vereinzelt finden sich auf den Abflugplänen größerer Airports Flüge, die starten.

Insgesamt strich die Fluggesellschaft fast 800 Flüge in Deutschland. “Betroffen sind rund 100.000 Fluggäste”, teilte die Airline mit. Sowohl die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch die Gewerkschaft UFO für das Kabinenpersonal hatten zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.

Fluggäste warten mit ihrem Gepäck am Münchner Flughafen auf Alternativen.

An den Umbuchungsschaltern der Lufthansa bildeten sich längere Schlangen. Nach Angaben des Flughafenbetreibers wurden allein in Frankfurt 450 von 1.117 geplanten Flügen abgesagt. Die Zahlen beziehen sich auf sämtliche Airlines, die große Masse der Ausfälle ist aber der Lufthansa zuzurechnen. In München wurden von 920 geplanten Flügen 275 gestrichen.

Umbuchungen auf Eurowings und DB möglich

Die Lufthansa bat Kunden, sich digital über den Status ihrer Flüge zu informieren und nicht ohne Prüfung zum Flughafen zu fahren. Das Unternehmen kündigte an, im großen Umfang elektronische Umbuchungen anzubieten. Man rechne damit, dass der Flugverkehr morgen wieder planmäßig laufen werde.

Im Falle einer Annullierung sollen Passagiere mit hinterlegter Mobilfunknummer automatisch eine Benachrichtigung mit einer alternativen Reisemöglichkeit – wie durch die nicht bestreikte Tochter Eurowings – erhalten. Innerdeutsch reisende Gäste können die Deutsche Bahn nutzen.

Piloten stimmten schon im Herbst für Streiks

Die rund 4.800 Piloten der Lufthansa und der Frachtsparte Lufthansa Cargo streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Von einem Streik hatte die Gewerkschaft in den letzten Monaten abgesehen.

Die Vereinigung Cockpit geht nach ersten Rückmeldungen von einer hohen Arbeitskampfbereitschaft ihrer Mitglieder aus. “Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung”, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro am größten deutschen Flughafen. Der Gewerkschafter erklärte darüber hinaus: “Was wir brauchen, ist ein neues Angebot. Die Lufthansa hat sich nicht gemeldet.” Pinheiro schloss weitere Streiks für höhere Betriebsrenten nicht aus. “Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter.”

UFO will Tarifverhandlungen erzwingen

Auch die Crewstreiks bei der Lufthansa sind nach Einschätzung der aufrufenden Gewerkschaft erfolgreich angelaufen. “Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben”, sagte UFO-Tarifexperte Harry Jaeger am Frankfurter Flughafen.

Die Kabinengewerkschaft will ohne eine Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht, heißt es. UFO will für die Beschäftigten einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert werde.

Konzern sieht keinen Spielraum bei Forderungen der Crews

Den Streik des Kabinenpersonals bezeichnete der Lufthansa-Vorstand als “völlig unnötige Eskalation”. Die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Kerngesellschaft bedeuten, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann. Dort gebe es aber keinerlei Spielraum.

Die mit Abstand größte Airline des Konzerns war 2024 in die Verlustzone gestürzt und soll mit einem Sparprogramm namens “Turnaround” wieder auf Kurs gebracht werden.

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