Der Schock sitzt tief in Modena: Acht Menschen, darunter eine Deutsche, wurden schwer verletzt, als ein Mann in der norditalienischen Stadt mit seinem Wagen in eine Gruppe Passanten fuhr. Die Hintergründe sind unklar.
In der norditalienischen Stadt Modena herrscht Entsetzen, ein Tag nachdem ein Autofahrer in Gruppen von Passanten gerast war. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte eine geplante Zypern-Reise ab und fuhr zusammen mit Staatspräsident Sergio Mattarella nach Modena. Sie besuchten die Verletzten in einem Krankenhaus.
Der Mann – ein Italiener mit marokkanischen Wurzeln – war am Samstag mit seinem Wagen mit hoher Geschwindigkeit durch das historische Zentrum der norditalienischen Stadt Modena gerast. Er habe mehrere Passanten erfasst, bevor sein Auto in ein Schaufenster gekracht sei, sagte die Präfektin von Modena, Fabrizia Triolo.
Anschließend versuchte der Mann zu fliehen, wurde aber von Passanten gestoppt. Der Angreifer zog bei der Auseinandersetzung ein Messer und verletzte einen Mann.
Polizisten sichern den Ort, an dem ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren ist.
Deutsche unter den Verletzten
Insgesamt wurden acht Menschen verletzt. Vier Menschen, unter ihnen eine Deutsche und eine Polin, erlitten schwere Verletzungen, wie Bürgermeister Massimo Mezzetti am Samstag sagte. Einer Frau mussten beide Beine amputiert werden. Der TV-Sender Rai berichtete von einer Amputation bei einer zweiten Person.
Ministerpräsidentin Meloni dankte auf X den Bürgern, “die mutig eingegriffen haben”, um den Täter aufzuhalten. Sie sprach von einem “äußerst schwerwiegenden” Vorfall.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fuhr zusammen mit Staatspräsident Sergio Mattarella nach Modena.
Hintergründe unklar
Das Motiv des 31-jährigen Autofahrers ist unklar, seine Wohnung wurde von der Polizei durchsucht. Die Behörden erklärten, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Mann unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand. Verbindungen zu extremistischen Gruppen seien bisher nicht festgestellt worden, heißt es weiter.
Der Mann soll einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften haben und nicht vorbestraft sein. Präfektin Triolo sagte, er habe 2022 unter “einer psychischen Störung” gelitten. Er sei wegen “schizoider Probleme” in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden, danach habe sich seine Spur verloren.
Rechtspopulistische Politiker forderten nach dem Vorfall strengere Einwanderungsregeln. Der Chef der Lega-Partei, Matteo Salvini, erklärte, die Integration von Migranten zweiter Generation sei “gescheitert”. Modenas Bürgermeister Mezzetti verwies dagegen darauf, dass zwei ägyptische Staatsbürger zu jenen gehört hätten, die den Autofahrer überwältigten.

