Etwa jeder vierte Wehrdienst-Fragebogen bleibt unbeantwortet

Etwa jeder vierte Wehrdienst-Fragebogen bleibt unbeantwortet

Stand: 07.05.2026 • 10:03 Uhr

Seit Januar werden 18-Jährige aufgefordert, per Fragebogen anzugeben, ob sie bereit sind, den freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Für Männer ist die Antwort Pflicht – trotzdem bleiben einem Medienbericht zufolge zahlreiche Rückmeldungen aus.

Seit Mitte Januar werden Fragebögen an alle jungen Männer und Frauen verschickt, die seit Jahresbeginn volljährig geworden sind und damit für den freiwilligen Wehrdienst infrage kommen. Und zumindest für Männer ist eine Rückmeldung verpflichtend. Trotzdem gab es auf jeden vierten der bisher verschickten Fragebögen keine Antwort, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Bundeswehr-Kreise berichtet.

Zahlen des Bundesverteidigungsministeriums zufolge wurden seit Anfang des Jahres bis zum 24. April rund 194.000 Anschreiben mit den Zugangsdaten zum Fragebogen verschickt. 72 Prozent der angeschriebenen jungen Männer haben den Fragebogen dem Bericht zufolge ausgefüllt, 28 Prozent jedoch nicht.

Doch im neuen Wehrdienstgesetz gilt: Wenn 18-jährige Männer diesen Fragebogen nicht ausfüllen und zurückschicken, droht ihnen ein Bußgeld. Denn die fehlende Rückmeldung wird als Ordnungswidrigkeit gewertet. Vier Wochen Zeit gibt es für die Beantwortung – bleibt sie aus, folgt eine Mahnung und bei dauerhaft ausbleibender Antwort droht die Geldstrafe. Auch aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es werde nicht hingenommen, dass sich Männer ihrer Antwortpflicht entzögen. Dem werde man nachgehen.

Etwa die Hälfte zeigt Interesse an freiwilligem Wehrdienst

Der Bogen enthält Fragen zur Eignung und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Dem Bericht des RND zufolge hat etwa die Hälfte derjenigen, die den Fragebogen bisher beantwortet haben, Interesse signalisiert, den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Im Falle einer positiven Rückmeldung kann dann eine Einladung zu einem Beratungsgespräch oder einer Musterung folgen.

Das neue Wehrdienstgesetz war im Dezember vom Bundestag verabschiedet worden. Ziel des Gesetzes ist es, dass die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 steigt. Dazu sollen 200.000 Reservistinnen und Reservisten kommen. Ein erste Bilanz des Bundesverteidigungsministeriums zu den Rückmeldungen für den freiwilligen Wehrdienst soll im Sommer veröffentlicht werden.

Mit Informationen von Jim-Bob Nickschas, ARD-Hauptstadtstudio

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