Der frühere Finanzminister Christian Lindner soll ab dem neuen Jahr an die Spitze der Autohandelskette Autohaus rücken. Das Unternehmen hat insgesamt 37 Standorte und will bundesweit wachsen.
Der ehemalige Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner soll im kommenden Jahr Vorstandsvorsitzender des Automobilhandels-Unternehmens Autoland AG werden. “Das Unternehmen muss in die Hände des Managements. Und der erste Management-Leader ist Herr Lindner. Er wird der Konzernchef werden”, sagte Unternehmensgründer Wilfried Wilhelm Anclam in einem Podcast des Branchenmagazins Autohaus.
“Das wird innerhalb des nächsten Jahres passieren.” Beide seien “schon mitten in der Übergabe”, so Anclam, der dafür gemeinsam mit Lindner befragt wurde. Zum Jahresbeginn war Lindner als Vertriebsvorstand in das Unternehmen eingetreten. Er wolle dort arbeiten, wo das Herz der deutschen Wirtschaft schlage, hatte der frühere FDP-Chef im Oktober in einem Facebook-Post geschrieben.
Rund 1 Milliarde Euro Umsatz
Der aktuelle Vorstandsvorsitzende Anclam würdigte die Zusammenarbeit mit dem 47-Jährigen und kündigte an, weiter an entscheidenden Stellen für sein Unternehmen tätig sein zu wollen. Die Autoland AG ist nach eigenen Angaben der größte markenunabhängige Automobilhandelskonzern Deutschlands. Die Firmenzentrale liegt in Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt.
Mit seinen rund 1.500 Mitarbeitenden vertreibt das Unternehmen Neu- und Gebrauchtwagen aller Marken an 37 Standorten und im Online-Handel – und wird in Medienberichten auch als “Auto-Aldi” bezeichnet. 2025 verkaufte die Firma rund 58.000 Fahrzeuge und erzielte einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro. In diesem Jahr will sie ihre Einnahmen auf 1,2 Milliarden Euro steigern und 68.000 Autos ausliefern.
“Unser Unternehmen war bisher in Nord- und Ostdeutschland bis zur Linie Hamburg-Hannover vertreten”, so Lindner kürzlich gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. “Jetzt wachsen wir bundesweit, zum Beispiel mit der neuen Niederlassung in Wietmarschen.” Außerdem habe er sich vorgenommen, die Marke anders zu positionieren. “Es wurde immer als Auto-Aldi wahrgenommen. Ich stärke in der Kommunikation die Aspekte Produktvielfalt und Qualität neben dem Preis.”

