Ex-Prinz Andrew soll vertrauliche Dokumente an Epstein gegeben haben

Ex-Prinz Andrew soll vertrauliche Dokumente an Epstein gegeben haben

Stand: 09.02.2026 15:44 Uhr

Erneut belasten Details aus den Epstein-Akten den ehemaligen Prinzen Andrew. Auch die britische Regierung gerät im Zuge von Veröffentlichungen weiter unter Druck. Premier Starmer lehnt einen Rücktritt bisher jedoch ab.

Die britische Polizei geht Vorwürfen nach, laut denen der ehemalige Prinz Andrew vertrauliche Berichte an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet hat. Das bestätigte die Thames Valley Police. Zuvor hatten britische Medien in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew als früherer Handelsbeauftragter der britischen Regierung seinem Bekannten Epstein vertrauliche Dokumente weiterleitete. Unter anderem soll es sich dabei um Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur handeln.

Kontakt auch nach Verurteilung

Die E-Mails, die vom Dezember 2010 und Anfang 2011 stammen, untergraben zudem die Behauptungen Andrews, den Kontakt zu Epstein zuvor abgebrochen zu haben. Der US-Multimillionär war damals bereits wegen der Prostitution einer Minderjährigen verurteilt. Epstein unterhielt über Jahre einen Missbrauchsring, mit dem er zahlreiche Mädchen und junge Frauen sexuell ausbeutete.

Sein wohl bekanntestes Opfer Virginia Giuffre gab an, Epstein habe sie mehrmals zu sexuellen Handlungen mit Andrew gezwungen. Die Übergriffe hätten begonnen, als sie 17 Jahre alt war. Andrew bestritt die Vorwürfe, einigte sich aber in einer Zivilklage auf einen Vergleich. Der jüngere Bruder des Königs Charles verlor im Laufe der Zeit durch die Vorwürfe seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses, wie auch alle Ränge und Titel, darunter auch den als Prinz.

Zwei Rücktritte ins Starmers Team

Die Erschütterungen durch die neu veröffentlichten Epstein-Akten haben inzwischen eine Regierungskrise in London ausgelöst. Am Mittag trat Tim Allan, der Kommunikationsdirektor von Premierminister Keir Starmer, zurück. Erst am Sonntag hatte Starmers wichtigster Berater Morgan McSweeney seinen Hut genommen. Hintergrund ist die interne Unterstützung für Peter Mandelson, den Starmer trotz dessen bekannter Verbindungen zu Epstein zum Botschafter in den USA ernannt hatte.

Starmer hatte Mandelson 2024 zum Botschafter ernannt, obwohl bekannt war, dass dieser Kontakte zu Epstein hatte. Im September entließ er Mandelson dann, nachdem E-Mails veröffentlicht worden waren, aus denen hervorging, dass der frühere Wirtschaftsminister auch nach der Verurteilung Epsteins im Jahr 2008 wegen Sexualdelikten mit einer Minderjährigen eine Freundschaft mit Epstein pflegte. Mandelson soll den Akten zufolge in den Jahren 2009 und 2010 zudem sensible Regierungsunterlagen mit Epstein geteilt haben.

Botschafter trotz Epstein-Kontakten

Kritiker werfen Starmer vor, er hätte Mandelson gar nicht erst ernennen dürfen. Der mit Rücktrittsforderungen konfrontierte Premier will heute mit Abgeordneten der Labour-Partei sprechen. Sein Büro erklärte, Starmer denke nicht an Rücktritt, sondern konzentriere sich auf die anstehenden Aufgaben.

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