An einer Schule im oberbayerischen Schongau hat es eine Gewalttat gegeben: Auf dem Gelände des Welfen-Gymnasiums seien mindestens zwei 13-jährige Mädchen schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der mutmaßliche Täter sei nach dem Vorfall festgenommen worden.
Nach Angaben eines Polizeisprechers gibt es Hinweise auf eine Amoktat. Die beiden schwer verletzten Mädchen wurden ins Krankenhaus gebracht. Nach ersten Erkenntnissen handle es sich um Schülerinnen des Gymnasiums. Der festgenommene Verdächtige sei 16 Jahre alt, hieß es.
Ob es noch mehr Verletzte gibt, blieb zunächst unklar. Der Polizeisprecher sprach zunächst von einer einstelligen Zahl.
Herrmann: Täter mit Messer und Schusswaffe
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem BR: “Ich bin entsetzt ob dieses schrecklichen Amoklaufs.” Er sei aber froh, dass es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Toten gäbe. Seines Wissens nach seien zwei Schülerinnen durch Messerstiche des Täters verletzt worden. Herrmann widersprach Gerüchten, dass es zwei Täter geben könnte. “Wir gehen von einem Täter aus, der mit einem Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war”, berichtete Herrmann.
Der festgenommene, mutmaßliche Täter war nach den Worten Herrmanns in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Das sagte Herrmann der Deutschen Presse-Agentur in München. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Schüler handelt. Das sei aber noch nicht gesichert. Ob es eine wie auch immer geartete Beziehung zwischen dem Täter und den beiden schwer verletzten Mädchen gab, war zunächst ebenfalls offen. Herrmann sagte, dafür gebe es im Moment keine Hinweise.
Eine Wirtin berichtet
Im Lechwirt in Schongau fanden nach dem Vorfall mehrere Kinder Zuflucht. Wirtin Olivera Bondokic kümmerte sich um aufgelöste Schülerinnen und Schüler und versuchte, sie zu beruhigen. “Da sind drei kleine Mädchen gekommen, zehn Jahre, schätze ich mal, in Panik, total unter Schock gestanden”, erzählte sie dem BR. Die Kinder hätten große Angst gehabt: “Die haben von mir verlangt, dass ich die Gartentore zusperre.” Das Erlebte lässt sie nicht los: “Ich hätte nie gedacht, dass sowas in Schongau passiert.”
Söder: “Stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen”
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: “Wir stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen. Die Schulfamilie und Angehörigen brauchen jetzt Zeit, Kraft und Zuspruch, die Ereignisse zu verarbeiten.” Söder dankte “allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind”. “Dieses Miteinander gerade in Notsituationen zeichnet unser Land aus.”
Auch Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) zeigte sich erschüttert. “Unsere Gedanken sind bei den verletzten Schülerinnen und Schülern und ihren Familien. Mein herzlicher Dank gilt allen Einsatzkräften sowie der Schulleitung, den Lehrkräften und allen Helferinnen und Helfern”, sagte Stolz dem BR.
Polizei: Areal um Welfen-Gymnasium in Schongau meiden
Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten am Welfen-Gymnasium in Schongau im Einsatz sei. Zum Grund äußerten sich die Beamten zunächst nicht. Allerdings wurden die Menschen vor Ort aufgerufen, das Areal zu meiden. Für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet.