Bei der richtungsweisenden Nachwahl im englischen Wahlkreis Makerfield hat der labour-interne Konkurrent von Premierminister Starmer, Burnham, gewonnen. Damit zieht er ins britische Unterhaus ein und kann Starmer als Labour-Parteichef herausfordern.
Der Herausforderer des britischen Premiers Keir Starmer, Andy Burnham, hat die Nachwahl im britischen Makerfield gewonnen und zieht damit in das britische Unterhaus ein. Laut dem am frühen Freitagmorgen veröffentlichten Wahlergebnis besiegte er seinen größten Rivalen Robert Kenyon von der rechtspopulistischen Partei Reform UK deutlich.
Vor der Wahl hatte Burnham angekündigt, im Falle seines Sieges den Labour-Parteichef und Premierminister Starmer herausfordern zu wollen. Sein Sieg sei “eine letzte Chance auf Veränderung”, sagte Burnham nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Der 56-jährige derzeitige Bürgermeister von Manchester wird im Gegensatz zu Starmer dem linken Flügel der Labour-Partei zugerechnet. Sein Bürgermeisteramt wird er nun aufgeben.
Starmer unter Druck – Burnham sehr beliebt
Starmer steht seit Monaten massiv unter Druck, mehrere Minister kehrten ihm bereits den Rücken – zuletzt der einflussreiche Verteidigungsminister John Healey. Zugespitzt hatte sich die Lage insbesondere durch die herben Verluste für Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales Anfang Mai zugunsten von Reform. Einen Rücktritt oder zumindest die Ausarbeitung eines Zeitplans für einen geregelten Rückzug hat Starmer aber bislang ausgeschlossen. Der Premier verwies immer wieder auf seinen großen Wahlsieg im Sommer 2024 und den Auftrag, das Land aus der Krise zu führen.
Anders als Starmer gilt Burnham als einer der beliebtesten Politiker Großbritanniens. Um Starmer herausfordern zu können, benötigt ein Kandidat einen Sitz im Unterhaus. Den hatte Burnham zwischen 2001 und 2017 inne, bevor er im Mai 2017 zum ersten Mal zum Bürgermeister des Großraums Manchester gewählt worden war. Jetzt könnte er Beobachtern zufolge ohne Probleme auf die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten kommen, die für ein Duell mit Starmer nötig wären.

