Halbmarathon in China: Roboter laufen den Menschen erstmals davon

Halbmarathon in China: Roboter laufen den Menschen erstmals davon

Stand: 19.04.2026 • 11:40 Uhr

Bei einem Halbmarathon in Peking sind mehrere hundert Roboter an den Start gegangen – und haben dabei erstmals die menschliche Konkurrenz überholt. In China gehören Humanoide bereits zum Alltag.

In Chinas Hauptstadt Peking haben sich zum zweiten Mal Roboter bei einem Halbmarathon gemessen – und waren dabei erstmals schneller als der Mensch.

Die ferngesteuerte Version des Humanoids “Blitz” des Smartphone-Herstellers Honor kam – trotz eines Sturzes – nach 48:19 Minuten durchs Ziel. Er war damit etwa neun Minuten schneller als der Weltrekord eines Menschen, der bei 57:20 Minuten liegt.

Gewonnen hat allerdings ein anderer “Blitz” in der autonom laufenden Version – obwohl er zwei Minuten später ins Ziel kam. Das liegt an den Regeln des Wettlaufs, die bei der Leistung einen Unterschied zwischen ferngesteuerten und autonom laufenden Robotern machen. Bei den Ferngesteuerten wird eine Zeit aufgeschlagen.

Eigenen Rekord gebrochen

An dem Halbmarathon nahmen mehr als 300 menschenähnliche Roboter teil. Viele von ihnen stürzten oder prallten in die Streckenbegrenzungen. Doch im Vergleich zum ersten Rennen im vergangenen Jahr gab es einen deutlichen Entwicklungssprung: Damals kam der Sieger-Humanoid erst nach 2:40 Stunden ins Ziel.

Die Zahl der Entwicklerteams aus Unternehmen und Hochschulen lag in diesem Jahr fünfmal höher.

Roboter als Tänzer und Kung-Fu-Kämpfer

China dominiert den weltweiten Markt für menschenähnliche Roboter und liefert sich in der Technologie ein Wettrennen mit den USA. Die Branche wird vom Staat gefördert, und die Roboter werden in sozialen Medien, auf Messen und in TV-Galashows als Tänzer, Kung-Fu-Kämpfer oder Boxer präsentiert.

Auch der Halbmarathon in Peking ist eine Präsentationsplattform, und er bringt Hersteller gleichzeitig dazu, ihre Produkte in direktem Wettbewerb auf einer längeren Strecke zu messen und zu verbessern.

Halbmarathon als Stresstest

China betont, bei der KI-Entwicklung einen “menschenzentrierten” Ansatz zu verfolgen. Der Experte für Chinas Digitalwirtschaft, Liu Xingliang, erklärte, er sehe Anwendungsfälle im Service oder im Haushalt, um alte Menschen zu unterstützen, oder in gefährlichen Umgebungen wie Bränden oder bei Rettungseinsätzen.

Der Halbmarathon könne dabei als Stresstest dienen, sagt Lorenzo Masia von der Technischen Universität München. Langandauernde Fortbewegung zwinge die Entwickler dazu, zentrale Engpässe anzugehen, wie die Batterieleistung, Haltbarkeit von motorischen Antriebseinheiten, Echtzeitsteuerung und Fehlertoleranz.

Mit Informationen von Eva Lamby-Schmitt, ARD-Studio Shanghai

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