In der türkischen Metropole Istanbul hat die Polizei nach Auseinandersetzungen mehr als 500 Demonstrierende festgenommen. Tausende hatten versucht, zum Taksim-Platz zu gelangen, der seit den Gezi-Protesten gesperrt ist.
Die türkische Polizei hat sich Auseinandersetzungen mit Demonstranten geliefert, die anlässlich des 1. Mai zum berühmten Taksim-Platz in Istanbul marschieren wollten. Zuvor hatten die Behörden Versammlungen in diesem Gebiet verboten. Die Bereitschaftspolizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zu zerstreuen. Laut türkischen Menschenrechtsgruppen wurden bis zum Abend mehr als 500 Demonstrierende festgenommen.
Das Büro des Gouverneurs von Istanbul hatte zuvor angekündigt, dass Demonstrationen und Märsche rund um den Taksim-Platz und in den angrenzenden Gebieten nicht erlaubt seien, und verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Die Behörden hatten einige U-Bahn-Stationen und Hauptverkehrsstraßen in Teilen der Stadt gesperrt und zwei Orte auf der asiatischen Seite der Stadt für die Feierlichkeiten am Tag der Arbeit zugewiesen.
Taksim-Platz seit 2013 praktisch gesperrt
Der Taksim-Platz ist ein symbolträchtiger Ort für die türkische Arbeiterbewegung. Er ist seit vielen Jahren für Mai-Kundgebungen praktisch gesperrt. 1977 kam es hier am 1. Mai nach Schüssen in die Menge zu einer Massenpanik, Dutzende Menschen starben. Seit 2013 steht der Taksim-Platz auch für Proteste gegen die Regierung. Grund dafür sind die nach dem benachbarten Park benannten Gezi-Proteste.
Im vergangenen Jahr hatten sich die Proteste in den Stadtteil Kadiköy verlagert. 400 Menschen wurden festgenommen.

