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Laut Bundeskanzler Merz haben die USA keine Strategie im Iran-Krieg und werden gedemütigt. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat einer von Merz in Aussicht gestellten Lockerung der Iran-Sanktionen eine Absage erteilt.
15:42 Uhr
Iranischer Außenminister trifft Putin in Sankt Petersburg
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Das Gespräch habe am Montag in Sankt Petersburg stattgefunden, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.
Putin habe während des Treffens das iranische Volk dafür gelobt, dass es mutig für seine Souveränität kämpfe. Zudem erklärte Putin laut dem Bericht, Russland werde im Interesse des Irans und anderer Länder der Region alles in seiner Macht Stehende tun, um Frieden im Nahen Osten zu schaffen.
15:10 Uhr
EU-Kommissar warnt vor Belastungen im Luftverkehr
Der europäische Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas hat angesichts des Iran-Krieges und der Schließung der Straße von Hormus vor erheblichen Belastungen für den Luftverkehr gewarnt. “Die Lage ist nicht gut”, sagte er dem griechischen Nachrichtensender Skai. Zwar seien aktuell ausreichend Treibstoffe verfügbar, und mehr als 80 Prozent der Flughäfen meldeten keine Engpässe.
Allerdings hätten sich die Preise mehr als verdoppelt. Dies führe dazu, dass zahlreiche Fluggesellschaften Verbindungen einstellten, die bereits vor dem Krieg wirtschaftlich kaum tragfähig gewesen seien. Sollte die Sperrung andauern und keine Lösung gefunden werden, könnten nach Juni jedoch auch Knappheiten auftreten.
15:09 Uhr
Libanesischer Präsident rügt Nein der Hisbollah zu Israel-Gesprächen
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat die Kritik der Schiitenmiliz Hisbollah an Verhandlungen seiner Regierung mit Israel scharf zurückgewiesen. Die Entscheidung des Libanon, mit Israel zu verhandeln, sei keineswegs Verrat, sagte Aoun am Montag. Verrat sei es vielmehr, wenn “jemand das Land in den Krieg führt, um ausländische Interessen durchzusetzen”, fügte er hinzu, ohne den Namen der Miliz zu nennen.
Die libanesische Hisbollah hatte sich kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf Iran an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel seit Anfang März attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und besetzte den Süden des Landes. Dabei wurden nach libanesischen Regierungsangaben mehr als 2.500 Menschen getötet und mehr als eine Million vertrieben. Seit Mitte April gilt eine Waffenruhe.
14:42 Uhr
Israels Armee meldet neue Angriffe auf Hisbollah im Libanon
Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge trotz formell geltender Waffenruhe erneut Ziele der von Iran unterstützten Hisbollah im Libanon. Die israelische Armee teilte am Nachmittag mit, sie habe begonnen, Infrastrukturanlagen der Miliz im Süden sowie in der Bekaa-Ebene im Nachbarland ins Visier zu nehmen.
Die Bekaa-Ebene erstreckt sich im Osten des Landes. Das israelische Militär hat dort seit Beginn der Feuerpause nicht mehr angegriffen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, dort habe Israels Armee Orte angegriffen, die als Hochburgen der Hisbollah gelten. Demnach gab es am Nachmittag auch heftige Angriffe der israelischen Luftwaffe in mehreren Orten im Süden des Landes. Berichte über Opfer gibt es bisher nicht.
14:13 Uhr
Libanons Präsident verteidigt Gespräche mit Israel
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat die Mitte des Monats begonnenen Verhandlungen mit Israel verteidigt und zugleich rote Linien festgelegt. “Mein Ziel ist es, den Kriegszustand mit Israel zu beenden”, erklärte Aoun. Er betonte, er werde “kein demütigendes Abkommen akzeptieren”.
Der Präsident wies die scharfe Kritik der pro-iranischen Hisbollah an den Gesprächen mit Israel zurück. “Was wir tun, ist kein Verrat. Vielmehr begehen diejenigen Verrat, die ihr Land in den Krieg führen, um ausländische Interessen durchzusetzen”, sagte er, ohne die von Teheran unterstützte Miliz namentlich zu erwähnen.
13:51 Uhr
Nur sehr geringer Verkehr in Straße von Hormus
Gerade einmal sieben Schiffe – hauptsächlich Massengutfrachter – haben in den vergangenen 24 Stunden die Straße von Hormus durchquert. Das entspricht der in den vergangenen Tagen beobachteten geringen Schiffsaktivität, wie Daten verschiedener Quellen zeigen.
Unter den Schiffen waren auch welche, die aus irakischen Häfen ausliefen, sowie ein Massengutfrachter aus einem iranischen Hafen, wie Schiffsverfolgungsdaten von Kpler und separate Satellitenanalysen des Datenanalyseunternehmens SynMax belegen. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße am Eingang zum Persischen Golf macht nur einen Bruchteil der durchschnittlich 140 täglichen Passagen vor Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar aus.
13:04 Uhr
Merz: USA werden gedemütigt
Die iranische Führung ist nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dabei, die USA im Iran-Krieg zu “demütigen”. “Die Amerikaner haben offensichtlich keine Strategie”, sagte Merz am Carolus-Magnus-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Marsberg. “Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen, zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln.”
Da werde “eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden”. Deutsche und Europäer seien beim Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran nicht gefragt worden, bekräftigte Merz. Er habe US-Präsident Donald Trump mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt gesagt. Der Krieg gegen Iran sei unüberlegt gewesen.
12:53 Uhr
Umfrage: Große Skepsis gegenüber Iran-Krieg
Die Deutschen blicken einer Umfrage zufolge mit großer Skepsis auf den Krieg zwischen den USA, Israel und Iran. Laut einer Erhebung des Leibniz-Instituts für Globale und Regionale Studien in Hamburg halten 71 Prozent der Befragten den militärischen Angriff für ungerechtfertigt und völkerrechtswidrig. Nur 28 Prozent sehen darin eine legitime präventive Maßnahme. Zugleich erwarten 77 Prozent einen langwierigen Konflikt, der sich über Monate oder Jahre hinziehen könnte. Jeweils 69 Prozent befürworten eine Verurteilung des Angriffs auf Iran durch den UN-Sicherheitsrat sowie einen vollständigen Stopp von Waffenlieferungen in den Nahen Osten.
Drei Viertel der Befragten befürchten steigende Inflation, 65 Prozent höhere Benzinpreise und 70 Prozent nachhaltige Störungen des Welthandels. Die Ergebnisse basieren auf einer Ende März durchgeführten Online-Befragung von 2.492 Personen und sind annähernd repräsentativ.
12:08 Uhr
Von der Leyen gegen Lockerung der Iran-Sanktionen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht sich gegen die Aufhebung von europäischen Sanktionen gegen Iran aus. “Wir sind der Meinung, dass eine Aufhebung der Sanktionen verfrüht wäre”, sagte sie bei der CDU/CSU-Fraktionsklausur in Berlin. “Es gibt einen Grund, warum die Sanktionen gegen den Iran verhängt wurden, und dieser Grund ist das Verhalten des Regimes gegenüber der eigenen Bevölkerung”, sagte sie. Es müsse zunächst Veränderungen in Iran geben. Kanzler Friedrich Merz hatte im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg angeboten, dass die EU Sanktionen aufheben könnte, dies aber an klare Kriterien geknüpft.
11:48 Uhr
Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab
Die von Iran unterstützte Terrormiliz Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel nach Worten ihres Generalsekretärs Naim Kassim weiterhin ab. Die Organisation werde weiter “defensiven Widerstand” gegen Angriffe Israels leisten, teilte Kassim mit. Die Miliz werde ihre Waffen auch nicht abgeben, weil diese nötig seien, um sich gegen Israel zu verteidigen.
11:45 Uhr
Wadephul: UN müssen Verantwortung übernehmen
Außenminister Johann Wadephul fordert die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats auf, im Iran-Krieg ihrer Rolle im mächtigsten Gremium der Weltorganisation gerecht zu werden. “Wenn der Sicherheitsrat jetzt Verantwortung übernimmt, stärkt er damit auch die internationale Ordnung”, sagte der CDU-Politiker vor der Abreise zu einem Besuch bei den Vereinten Nationen in New York.
Die UN müssten zur Lösung von Fragen von Frieden und Sicherheit “zum Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Krisendiplomatie werden”. Dennoch erlebe man “immer wieder, wie viel zu oft Einzelne mit ihren widerstreitenden Interessen den UN-Sicherheitsrat blockieren”, kritisierte Wadephul.
11:31 Uhr
Araghtschi: USA für Scheitern der Verhandlungen verantwortlich
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat die USA für das Scheitern der bisherigen Friedensverhandlungen in Pakistan verantwortlich gemacht. Wegen “überzogener Forderungen” der US-Seite hätten die Gespräche ihre Ziele nicht erreicht, sagte Araghtschi laut dem iranischen Staatsfernsehen bei einem Besuch in St. Petersburg, wo er mit Kreml-Chef Wladimir Putin zusammenkommen sollte. Eine erste US-iranische Verhandlungsrunde war vor zwei Wochen ohne Ergebnis geblieben, eine zweite Runde kam bislang nicht zustande.
10:00 Uhr
Teheran bietet offenbar Ende der Hormus-Blockade an
Iran hat den USA nach Angaben von Regierungsvertretern nahöstlicher Staaten die Öffnung der blockierten Meerenge angeboten. Das iranische Atomprogramm werde in dem Vorschlag dagegen nicht angesprochen, teilten zwei Regierungsvertreter aus der Region mit. Vielmehr fordere der Iran, dass die USA im Gegenzug für die Öffnung der Straße von Hormus ihre Blockade iranischer Häfen aufgeben.
Zuvor hatte das Nachrichtenportal Axios über den iranischen Vorschlag berichtet. Pakistan habe ihn an die USA übermittelt. Präsident Trump verlangt jedoch, dass das iranische Atomprogramm Teil eines Vertrages wird, in dessen Rahmen auch die Straße von Hormus geöffnet werden solle.
10:00 Uhr
Araghtschi: Iran will sich mit Russland abstimmen
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi will während seiner Gespräche in Russland die Folgen des Krieges der USA und Israels gegen sein Land klären. Der Iran wolle sich mit Russland abstimmen, sagte Araghtschi in einem heute veröffentlichten Interview der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna. “Es ist eine gute Gelegenheit für uns, uns mit unseren russischen Freunden über die Entwicklungen zu beraten, die in dieser Zeit im Zusammenhang mit dem Krieg eingetreten sind und was jetzt geschieht”, sagte er.
Araghtschi warf den USA vor, “überzogene Forderungen” zu stellen. Das Vorgehen der Amerikaner habe die in Pakistan geplante Gesprächsrunde verzögert.
08:10 Uhr
Iran-Krieg drückt Verbraucherstimmung
Der Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Preisen drücken die Verbraucherstimmung in Deutschland erneut deutlich. Der Indikator für das Konsumklima für Mai sinkt um 5,2 auf minus 33,3 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2023, wie die Marktforscher vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten. Die Konsumenten blickten skeptischer auf ihre künftige Finanzlage und die allgemeine Konjunktur. Zudem fiel die Anschaffungsneigung, also die Bereitschaft zu größeren Einkäufen von Autos oder Möbeln, auf ein Zwei-Jahres-Tief.
05:19 Uhr
Medienbericht: Neuer Vorschlag von Iran
Iran hat den USA einem Medienbericht zufolge offenbar einen neuen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges gemacht. Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden, berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider. Demnach soll zunächst die Seeblockade aufgehoben werden. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
04:56 Uhr
Irans Außenminister in Moskau eingetroffen
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist iranischen Medienberichten zufolge in Russland eingetroffen. Dort wird er Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führen.
03:26 Uhr
Libanon meldet 14 Tote durch israelische Angriffe
Bei israelischen Angriffen sind laut dem libanesischen Gesundheitsministerium 14 Menschen getötet worden. Unter den Toten sind nach Angaben aus Beirut zwei Kinder und zwei Frauen. Zudem seien 37 Menschen verletzt worden.
Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei israelischen Angriffen im Libanon seit Beginn der Waffenruhe auf mindestens 36, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage von Zahlen des libanesischen Gesundheitsministeriums ergab. Unabhängig überprüfen lassen sich die Zahlen derzeit nicht.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch Konfliktparteien können in der aktuellen Lage zum Teil nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
03:26 Uhr
Israelischer Soldat im Südlibanon getötet
Die pro-iranische Terrororganisation Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten am Sonntag im Südlibanon israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben.
Nach israelischen Militärangaben wurden bei einem Hisbollah-Angriff mit einer Drohne im Südlibanon ein israelischer Soldat getötet und sechs weitere verletzt. Drei weitere aus dem Libanon angreifende Drohnen seien abgefangen worden, bevor sie auf israelisches Gebiet vordringen konnten. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
03:21 Uhr
Iranischer Außenminister fliegt nach Russland
In den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges wird der iranische Außenminister Abbas Araghtschi mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentreffen. Das Gespräch finde in St. Petersburg statt, schrieb der iranische Botschafter in Moskau, Kasem Dschalali, im Onlinedienst X. Das Ziel sei, “die Interessen des Landes voranzubringen”. “Unter Bedrohungen von Außen” werde Araghtschi mit Putin beraten, schrieb Dschalali.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Isna den Botschafter mit den Worten zitiert, Araghtschi werde Putin am Montag “während seines Besuchs in Moskau” treffen. Bei seinen Gesprächen mit russischen Regierungsvertretern gehe es um “den Stand der Verhandlungen, die Waffenruhe und damit zusammenhängende Entwicklungen”.
03:19 Uhr
Liveblog vom Sonntag zum Nachlesen
Der iranische Außenminister Araghtschi wird zu Gesprächen mit Putin in Moskau erwartet. Bei gegenseitigen Angriffen Israels und der Hisbollah-Miliz hat es nach libanesischen Angaben mehrere Tote gegeben.

